„Das Reich der Verdammten“

Rezension 471

„Das Reich der Verdammten – A Tale of Pain and Hope“ von Jay Kristoff

Worum geht es?

Copyright FISCHER TOR Verlag

„Nachdem Gabriel de León den Orden der Silberwächter verlassen hat, begibt er sich zusammen mit seiner mysteriösen Verbündeten Liathe auf die Suche nach dem Ursprung der Vampirherrschaft: Er soll den Gral zu einem Weisen des uralten Volks der Esani bringen, um zu erfahren, wann der Fluch begann – und wie er sich beenden lässt.

Doch verfolgt von den Kindern des Ewigen Königs und der Heiligen Inquisition, ist kein Schritt gefahrlos, denn Verrat lauert hinter jeder Ecke. Und dass Gabriel und seine Gefährten in einen Krieg hineingezogen werden, der seit Jahrhunderten in der Dunkelheit ausgefochten wird, verbessert ihre Erfolgsaussichten auch nicht gerade …“

( Quelle Klappentext zu „Das Reich der Verdammten“ von Jay Kristoff )

Meine Meinung:

„Das Reich der Verdammten“ ist der zweite Band von Jay Kristoffs düsterer Vampir-Saga und knüpft nahtlos an „Das Reich der Vampire“ an.

Kurz zu Band 1 „Das Reich der Vampire“:

„In dem Buch geht es kurz gesagt um das Leben von Gabriel de Léon. Als Gefangener der Herrscherin der Dunkelheit, der Vampirkönigin, wird er gezwungen, sein Leben von Kindheit an, seine Kämpfe, sein Scheitern, den Verlust seines Glaubens, zu erzählen, damit seine Geschichte für immer festgehalten wird, die Geschichte des letzten überlebenden Silberwächters!“

Soll heißen, er ist auf der Suche nach dem Gral, der die Herrschaft der Dunkelheit beenden soll. Da wir hier nun den zweiten Band besprechen, kann man davon ausgehen, dass er ihn wohl gefunden hat und die Geschichte nun weitererzählt wird 😉

Also, im Zentrum steht  Gabriel de León, der letzte Silberwächter, der weiterhin gegen die vampirische Finsternis kämpft, die seine Welt nahezu zerstört hat. Soweit so gut…

Erzählt wird wieder im Rahmen eines Interviews. Gabriel sitzt einem vampirischen Chronisten gegenüber und berichtet von seinen Erlebnissen. Diese Rahmenhandlung sorgt für eine zusätzliche Erzählebene, so erleben wir nicht nur, was in der Vergangenheit geschieht, sondern sehen auch, wie Gabriel und sein Gegenüber in der Gegenwart auf diese Geschehnisse reagieren. Das verleiht dem Roman eine zusätzliche und spannende Dynamik.

Gabriel ist mit der geheimnisvollen Liathe, einer Vampirin, unterwegs, um den Ursprung der Vampirherrschaft zu ergründen und eine Möglichkeit  zu finden, den Fluch zu brechen. Die Reise führt sie in verschiedene Regionen des Landes, an gefährliche Orte, zu vermeintlichen Freunden und zerstörten Klöstern.

Es gibt lange, bildhafte Beschreibungen, viel derben Humor, vulgäre Sprüche, explizite Gewalt, aber auch ebenso explizite sexuelle Inhalte. Wer jedoch eine dichte, atmosphärische Erzählung schätzt, bekommt genau das geliefert. Die Mischung aus Zynismus und kurzen Momenten echter Wärme macht den Ton des Buches aus. Und ehrlich gesagt, die intimen Szenen – auf die ich eigentlich getrost verzichten kann – sind, genau wie im ersten Band, voller Zärtlichkeit und Gefühl! Eigentlich schon ein krasser Kontrast zum Rest der Geschichte! 😉

Besonders stark ist der Roman, wenn es um Figurenzeichnung geht. Ehemalige Verbündete, die sich nicht mehr eindeutig vertrauenswürdig zeigen; vermeintliche Gegner, die unerwartete menschliche Seiten zeigen; Loyalität, Verrat, Liebe und Fanatismus gehen oft nahtlos ineinander über. Dadurch fühlt man sehr mit den Figuren, auch wenn man ihre Entscheidungen nicht immer gutheißen kann. Einige Nebenfiguren gewinnen deutlich an Profil, was dem zweiten Band eine größere emotionale Bandbreite verleiht als dem ersten.

Die Handlung selbst ist komplex, mit mehreren Handlungssträngen und Rückblenden, die ineinander greifen. Der Autor gönnt dem Leser dabei kaum eine Pause  zum Luftholen! Es gibt ruhigere Kapitel, dann folgen wieder grenzwertig brutale; es gibt aber auch überraschende Wendungen und Enthüllungen, die die Sicht auf frühere Szenen verändern. Manchmal wirkt es reichlich überladen, aber das stört den Lesegenuss nicht im geringsten 😉

 „Das Reich der Verdammten“ ist jedenfalls eine gelungene Fortsetzung, die die Stärken des ersten Bandes aufgreift und konsequent ausbaut. Diese Mischung aus Vampirgeschichte, Religionseiferern, die Suche nach dem Heiligen Gral, ebenso die Suche nach (einer neuen) Liebe ergibt ein wundervolles Epos, das sich von anderen Dafrk Fantasy Romanen abhebt. Wer den ersten Band mochte und mit der Brutalität und der krass derben Sprache zurechtkommt, wird in diesem zweiten Teil eine noch größere, düstere und emotional aufgeladenere Reise finden, die Lust auf den Abschluss der Trilogie macht, die jetzt im März noch erscheinen wird 🙂

Von mir bekommt „Das Reich der Verdammten“ deshalb wieder sehr gute

5 / 5Rezension !!!

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Wer sich für den 1. Teil interessiert, kann hier in meine Rezension zu „Das Reich der Vampire“ reinlesen! 🙂

Über den Autor:

„Jay Kristoff verbrachte den Großteil seiner Jugend mit einem Haufen Bücher und zwanzigseitiger Würfel in seinem spärlich beleuchteten Zimmer. Als Master of Arts verfügt er über keine nennenswerte Bildung. Er ist zwei Meter groß und hat laut Statistik noch 11.000 Tage zu leben. Zusammen mit seiner Frau und dem faulsten Jack-Russell-Terrier der Welt lebt er in Melbourne. Jay Kristoff glaubt nicht an Happy Ends.“

( Quelle Fischerverlage )

„Das Reich der Vampire – A Tale of Pain and Hope“ von Jay Kristoff

Ein Dark Fantasy Roman erschienen bei Fischer TOR Verlag am 29.05.2024

ISBN 978-3596700424

1008 Seiten

Hardcover

Auch als Ebook und Audible Hörbuch erhältlich

www.fischerverlage.de

* selbst gekauft *

 

 

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