„Der Astronaut – Project Hail Mary“

Rezension 494

„Der Astronaut – Project Hail Mary“ von Andy Weir

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

Worum geht es?

Der Astronaut – Project Hail Mary
Copyright Heyne Verlag / Penguin Random House

„Als Ryland Grace erwacht, muss er feststellen, dass er ganz allein ist. Er ist anscheinend der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen Kilometer von zu Hause entfernt, auf einem Flug ins Tau-Ceti-Sternsystem. Aber was erwartet ihn dort? Und warum sind alle anderen Besatzungsmitglieder tot? Nach und nach dämmert es Grace, dass von seinem Überleben nicht nur die Mission, sondern die Zukunft der gesamten Menschheit abhängt.“

( Quelle Klappentext zu „Der Astronaut – Project Hail Mary“ von Andy Weir )

Meine Meinung:

Auf „Der Astronaut“ hatte ich mich schon sehr gefreut, als ich es vor Monaten bei Penguin Randomhouse angefragt hatte. Der Film kam gerade ins Kino, der Protagonist niemand geringeres als Ryan Gosling 🙂 Aber ich wollte unbedingt erst das Buch lesen, ehe ich mich an den Film herantraue. Das kennt ihr sicher, oder? 😉

Nun denn, wer aufmerksam gelesen hat, ist über die Wörter „vor Monaten“ gestolpert. Und ja, ich habe ziemlich lange für dieses Buch gebraucht! Ich glaube, ich habe seit Jahren für kein Buch so lange gebraucht wie für „Der Astronaut“. Aber woran lag es? Das möchte ich euch gerne erklären:

Ich mag es, wenn ein Buch so mittendrin im Geschehen beginnt und man nur nach und nach, wie im vorliegenden Fall auch der Protagonist Ryland Grace,  häppchenweise an Informationen gelangt. Stilistisch war es daher auch ein feiner Schachzug, zwischen der Gegenwart und vergangener Erlebnisse zu wechseln, so dass sich nach und nach das Puzzle zusammensetzt.

Der große Hammer kam aber, als Ryland bewusst wird bzw. er sich erinnert, dass er auf einer Reise ohne Rückfahrticket unnterwegs ist, um die Menschheit zu retten! Eigentlich zusammen mit zwei anderen Astronauten, die aber die lange Zeit im Koma bis zur Ankunft ins Tau Ceti – System nicht überlebt haben.

Auf sich alleine gestellt und eigentlich nur als Wissenschaftler und nicht als Captain mit an Bord, versucht Ryland alles, um seine Aufgabe zu erfüllen.

Allerdings hat niemand mit außerirdischem Besuch gerechnet…

Das klingt jetzt erstmmal alles total spannend und aufregend und irgendwie war es das auch, aber…

…es zog sich wie Kaugummi!! Besonders die Rückblenden fand ich extrem anstrengend, was auch an der Figur der Dr. Stratt gelegen haben kann, die mir bis zum Schluss unsympathisch war! Auch die sehr detailierten wissenschaftlichen Untersuchungen, Gespräche, Begrifflichkeiten usw. ermüdeten mich rasch, sodass ich geneigt war, darüber hinwegzulesen. Was aber keine gute Idee war, da einem so dann doch wichtige Informationen verloren gingen! 🙁

Die Episoden im Raumschiff hingegen fand ich toll und Ryland Grace als Hauptcharakter war mir definitiv mehr zugetan als Dr. Stratt. An Fahrt nahm das Buch dann auf, als Rocky die Bühne betrat! 🙂 So nennt Ryland den kleinen Außerirdischen, nachdem sie sich etwas besser kennengelernt haben! 😉 Ryland findet einen Weg, um mit Rocky zu kommunizieren, der sich nur über Töne äußern kann und mangels Augen und Ohren über Schallwellen sieht und hört!

Von da an hat mir die Geschichte richtig gut gefallen und es fiel mir leichter dranzubleiben! Die Neugierde beiderseits war geradezu süß zu lesen 🙂 Aber…

…ich muss gestehen, ich habe mir quasi die zweite Hälfte des Buches dann doch im TV angeschaut 😉 Und das war gut so! 🙂 Denn so habe ich mich dann doch nochmal ans Buch drangesetzt und es zu Ende gelesen! 🙂

Ist die erste Hälfte des Buch noch sehr authentisch-wissenschaftlich, ist die zweite Hälfte eher Science-Fiction-mäßig aufgebaut und erinnert auch im Buch eher an eine Blockbuster! 😉 Was aber vor allem hängen bleibt am Ende, ist dieses Gefühl von Wärme, wahrer Freundschaft, positiver Neugierder und ehrlicher Emotionen! 🙂 Dadurch, dass Ryland trotz seiner Schlauheit, ein normaler Mensch mit Ecken und Kanten ist, ein toller Lehrer, der Kinder zur Wissenschaft begeistern kann, ist er unglaublich nahbar und authentisch. Jemand, mit dem man sich gerne auf ein Bier treffen möchte! 🙂 Andy Weir hat mit ihm einen tollen Charakter geschaffen, dem es gelingt, die Botschaft von Verständnis gegenüber Fremdem, Unvoreingenommenheit und Freundlichkeit zu transsportieren.

Auch Rocky habe ich ins Herz geschlossen, besonders, als ich im Film gesehen habe, wie er umgesetzt wurde – ich hatte ihn mir ehrlicherweise etwas anders vorgestellt, nicht so süß  😉

Das Ende des Buches, des Films ist typisch hollywood-kitschig 😉 Aber ich hätte mir auch kein besseres Ende wünschen können 🙂

„Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist spannend, originell, humorvoll und futuristisch. Es ist ein Buch für alle, die intelligente Science-Fiction mögen, die und die sich gern von einer Geschichte mitreißen lassen, die zugleich nervenaufreibend und herzerwärmend ist. Auch wenn ich zu Beginn Schwierigkeiten mit dem Buch hatte ;-), gelingt dem Autor hier ein Roman, der Kopf und Gefühl anspricht und der lange im Gedächtnis bleibt 🙂

Von mir gibt es daher eine Lese- und Guckempfehlung 😉 und

4 / 5 Rezension !

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Über den Autor:

Andy Weir war bereits im Alter von fünfzehn Jahren als Programmierer und später als Softwareentwickler für diverse Computerfirmen tätig, bevor er mit seinem Roman »Der Marsianer« einen internationalen Megabestseller landete. Seither widmet er sich ganz dem Schreiben und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Physik, Mechanik und der Geschichte der bemannten Raumfahrt – Themen, die sich auch immer wieder in seinen Romanen finden. Sein Debüt »Der Marsianer« wurde von Starregisseur Ridley Scott brillant verfilmt.“

( Quelle Penguin.de )

Über den Übersetzer:

„Jürgen Langowski ist im Hauptberuf literarischer Übersetzer. Seit Mitte der 1990er Jahre betreibt er ehrenamtlich die Website Holocaust-Referenz. Für dieses Projekt wurde er vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet. Der Autor lebt im Ruhrgebiet und hält Vorträge zum Themenbereich Holocaustleugnung, »Revisionismus« und Antisemitismus.“

( Quelle Google Books )

„Der Astronaut – Project Hail Mary“ von Andy Weir

Ein Roman erschienen im Heyne Verlag / Penguin Random House am 19.03.2026

Erstveröffentlichung im Jahr 2021

ISBN 978-3453324329

560 Seiten

Taschenbuch

Auch als Ebook und Audio Book erhältlich

www.penguin.de

„Der Astronaut – Project Hail Mary“ wurde mir vom Bloggerportal von Penguin Randomhouse als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf meine Meinung und Bewertung!

 

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