„Die Mördermitzi und der eiskalte Tod“

Rezension 466

„Die Mördermitzi und der eiskalte Tod“ von Isabella Archan

Worum geht es?

Copyright Emons Verlag

 

 

„Eigentlich wollte Mitzi nur ein bisschen zu sich kommen, doch ein Schneesturm schneidet die Hütte ihrer Retreat-Gruppe im Dachsteingebirge von der Außenwelt ab. Als sie dann auch noch eine Leiche unter einem Schneemann findet, wird klar: Einer der acht Teilnehmer ist ein Mörder. Während sich Misstrauen unter den Eingeschlossenen breitmacht, entdeckt Mitzi erschreckende Verbindungen zwischen den Anwesenden – und befindet sich selbst bald in tödlicher Gefahr.“

( Quelle Klappentext zu „Die Mördermitzi und der eiskalte Tod“ von Isabella Archan )

Meine Meinung:

Sehnlichst habe ich diesen 7. Band erwartet und ich war schon sehr gespannt, in welche Verbrechen sich Mitzi diesmal hinein katapultiert 😉

Mitzi gönnt sich eigentlich nur ein Auszeit-Retreat in einer abgelegenen Hütte im Dachsteingebirge – Entschleunigung, Selbstfindung, ein bisschen Tee, kein Handynetz, ein bisschen Ruhe. Ohne ihre beste Freundin Agnes Kirchnagel, aber mit sieben anderen Teilnehmern, möchte sie zu sich selbst finden. Leiter des Retreats ist ihr ehemaliger Therapeut, da kann doch wirklich gar nichts schiefgehen! Als jedoch ein Schneesturm aufzieht und die Hütte von der Außenwelt abschneidet, wird aus Selfcare und Achtsamkeit sehr schnell ein Überlebenskampf. Da wundert es auch nicht, dass ausgerechnet Mitzi bei einem Spaziergang unter einem Schneemann eine Leiche entdeckt. Und bei einer soll es nicht bleiben…

Acht Teilnehmer, eine abgelegene Hütte, null Fluchtmöglichkeiten – das Setting schreit nach Verdächtigungen und Paranoia. Während die Stimmung langsam kippt, stolpert Mitzi von der erhofften inneren Einkehr direkt in ein Whodunit, bei dem jeder, inklusive ihr selbst, auf der Liste der potenziellen Opfer landet…

Wer die Mördermitzi-Reihe kennt, weiß, dass Mitzi das Verbrechen anzieht wie das Licht Motten. Mitzi ist eine wunderbar schräge Ermittlerin wider Willen! Sensibel genug, um sich eigentlich lieber unter der Decke zu verkriechen, aber ebenso neugierig, um genau das nicht zu tun. Ihre Mischung aus Unsicherheit, Scharfsinn und morbider Faszination für Verbrechen sorgt dafür, dass man sie gleichzeitig beschützen und zum nächsten Tatort schubsen möchte.

Die übrigen Retreat-Teilnehmer sind ein buntes Sammelsurium von Leuten, mit denen man eher nicht so gerne in einer eingeschneiten Hütte zusammensein möchte. Hinter Yoga, Achtsamkeit und Schönrederei lauern dunkle Abgründe, und je mehr Mitzi über die anderen herausfindet, desto klarer wird, diese Gruppe braucht keine Achtsamkeitsübungen…

Aber wer sind denn nun diese Teilnehmer?

Da wären Dr. Rannacher, Mitzis Therapeut, der schon einige solcher Retreats veranstaltet hat. Er kennt sich aus mit der Psyche des Menschen. Kann er ein Mörder sein?

Paulina ist Dr. Rannachers Assistentin. Sie ist groß und sportlich. Ist sie deshalb auch fähig, einen Mord zu gehen?

Trixie war schon vor allen anderen auf der Hütte – entgegen aller Anweisungen. Spielt sie ein falsches Spiel?

Leander ist ein Gentleman mit Lodenmantel. Macht ihn das schon zu einem Mörder?

Harald ist ein waschechter Tiroler mit Bart. Kann so jemand ein Verbrechen planen?

Nanne ist eine junge Frau, die auf Glitzer und Swarowski steht und statt Schneestiefel oder Wanderschuhen nur ihre Stiefeletten dabei hat. Warum?

Solveig ist um die 50 Jahre alt und macht auf Mitzi einen sanften, sympathischen Eindruck. Ist so jemand in der Lage zu töten?

Auch für mich als Leser war es spannend, bei diesen Charakteren mitzuraten, wer denn nun der Täter ist 🙂

Die Atmosphäre schwankt daher ständig zwischen kuscheligem Hüttenfeeling und der bedrückenden Atmosphäre gepaart mit ein wenig Grusel.  Draußen tobt der Schneesturm, drinnen wird der Kreis der Verdächtigen enger – das ist Krimi-Gemütlichkeit vom Feinsten. Trotz aller Leichtigkeit und Heiterkeit wird die Bedrohung für Mitzi sehr real, denn die Verbindungen zwischen den Teilnehmern erweisen sich als deutlich dunkler als der brave Retreat-Flyer versprochen hat…

Der Plot setzt auf klassische Elemente des Whodunit! Begrenzte Anzahl an Personen, steigendes Misstrauen, immer neue Enthüllungen. Gleichzeitig streut Isabella Archan regelmäßig kleine Bosheiten, Situationskomik und trocken-schwarze Bemerkungen ein, die den Ton deutlich leichter machen, als die Lage vermuten lässt.

Isabella Archans Schreibstil ist locker, dialogstark und von diesem typisch österreichischen, leicht makabren Humor durchzogen. Das liebe ich total und damit konnten mich auch schon die anderen Bände der Reihe überzeugen 😊 Wer die Mördermitzi-Reihe kennt, bekommt erneut eine Mischung aus Alpenkrimi, Cozy Crime und schräger Charakterstudie, die sich wohlig von bleischweren Serienkillerstoffen abhebt.

„Die MörderMitzi und der eiskalte Tod“ ist ein winterlicher Krimi, der beweist, dass Selbsterfahrungskurse viel gefährlicher sind als jeder True-Crime-Podcast  😉 Wer skurrile Figuren, eingeschneite Settings und eine Protagonistin mag, die ziemlich schräg ist, aber ihr Herz am rechten Fleck trägt, dem sei dieses Buch empfohlen! 🙂 Schon alleine das Cover macht Lust aufs Lesen bei Kerzenschein, prasselndem Kaminfeuer und einer kuscheligen Decke!

Von mir bekommt dieser 7. Band der Reihe

5 / 5

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Über die Autorin:

„Isabella Archan wurde 1965 in Graz geboren. Nach Abitur und Schauspieldiplom folgten Theaterengagements in Österreich, der Schweiz und in Deutschland. Seit 2002 lebt sie in Köln, wo sie eine zweite Karriere als Autorin begann. Neben dem Schreiben ist Isabella Archan immer wieder in Rollen in TV und Film zu sehen, unter anderem im Kölner »Tatort«, in der »Lindenstraße« und in »Diese Kaminskis«, und mit ihrem eigenen Programm zu ihren Krimis auf der Bühne.“

(Quelle Emons Verlag)

„Die Mördermitzi und der eiskkalte Tod“ von Isabella Archan

Ein Kriminalroman erschienen im Emons Verlag am 16.10.2025

ISBN 978-3740823405

288 Seoiten

Taschenbuch

Auch als Ebook erhältlich

www.emons-verlag.de

„Die Mördermitzi und der eidkalte Tod“ wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf meine Meinung und Bewertung!

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