Rezension 479
„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz
Worum geht es?

„Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.
Mit Mitte vierzig hat sich ihr Leben auf wenige Routinen reduziert, dazu gehört der monatliche Kinobesuch mit ihrer besten, ihrer einzigen Freundin. Doch statt in ihrem Auto zurück nach Hause zu fahren, entfernt sie sich, wie von einer unsichtbaren Schnur gezogen, immer weiter von ihrem eigentlichen Ziel, und fährt auf einer »grünen Welle« über Autobahnen und Landstraßen durch die ganze Nacht und den folgenden Tag. Was zuerst aussieht wie eine unwillkürliche Irrfahrt, wird mit jedem Kilometer mehr zu einer Flucht vor der Gegenwart und einer Reise in die Vergangenheit – ein Road-Trip, der ihr Leben verändern könnte.“
( Quelle diogenes.ch )
Meine Meinung:
Ich hatte, ehrlich gesagt, hohe Erwartungen an das Buch: Der Klappentext klang sehr interessant und spannend und eine Veröffentlichung im Diogenes Verlag verheißt meist auch nur Gutes…
…aber dieses Buch war nix! Nichts für mich, jedenfalls 🙁
Dabei fing es so gut an und ich war gespannt, wie sich diese Autofahrt noch entwickeln würde. Nun gut, aber von vorne:
Nach einem Kinobesuch mit ihrer Freundin, entscheidet sich die Frau ( Namen sind in dieser Geschichte für die Protagonisten irrelevant ), nicht nach Hause zu fahren sondern einfach zu fahren, immer weiter. Wieso, weshalb, warum erfährt der Leser im Laufe der Geschichte. Und hätte man es dabei belassen, wäre auch alles gut gewesen!
Da sich aber die Frau nicht in der Lage sieht, einfach zu wenden und dann auch noch ein Unfall passiert ( sie fährt ein Reh an ), wo sie sich entgegen jeglicher Vernunft verhält, gewinnt sie leider keine Sympathiepunkte bei mir! Auch nicht, als sie zwei junge Tramperinnen mitnimmt. Durch diese beiden Mädchen erfährt man jedoch etwas mehr über die Frau, dass sie Malerin ist und man merkt auch, wie sie da so von sich erzählt, wie stolz sie auf ihre Arbeit ( eigentlich ) ist!…
Auch der Mann und die Freundin kommen zu Wort, es ist also kein reiner Monolog der Frau, wie ich zuerst dachte. Und obwohl mir die Freundin erst ganz klar und stark vorkam, änderte sich dies leider gegen Ende. Ich fand das Aufeinandertreffen der beiden irgendwie seltsam und surreal und weiß bis jetzt nicht, was ich davon halten soll…
Also, was möchte uns die Autorin mit diesem Buch vermitteln? Ich habe drei Vorschläge:
- Die Idee der Flucht vor einem gewalttätigen Ehemann ist keine neue Idee, aber immer wieder gerne genommen. In unserem Fall reagiert die Frau am Ende jedoch nicht wie eine Heldin, sonern so, wie die meisten Frauen im realen Leben wahrscheinlich…
- Die Frau flieht nicht vor ihrem Ehemann, sondern vor einer Version ihrer selbst! Auch das angefahrene Reh könnte so sinnbildlich für ihr vermurkstes Leben stehen…
- Es gibt keine Erklärung! Die Autorin möchte einfach nur, dass wir uns den Kopf zerbrechen, was es mit dieser Fahrt wohl auf sich hat 😉
Vermutlich habe ich das Buch auch einfach nicht verstanden?! Ich weiß nicht, ob die Frau sich selbst etwas vormacht, komme nichr dahinter, was wahr ist und was Einbildung….
Ich hatte bisher noch kein Buch von Esther Schüttpelz gelesen, somit weiß ich nicht, ob sie von der Art her immer so schreibt. Den Schreibstil an sich fand ich auch gut, man kommt leicht durch die Geschichte, aber irgendwie fühlte ich mich ab dem Unfall nicht mehr richtig abgeholt 🙁 Ich wünsche der Autorin sehr, dass es nur mir so geht! Und ich finde es auch schade, dass mich das Buch nicht begeistern konnte, aber manchmal ist es eben so.
Daher kann ich leider auch nur
2,5-3 / 5
vergeben !!
Über die Autorin:
„Esther Schüttpelz, geboren 1993 in Werne, studierte Jura in Münster und arbeitete als Rechtsanwältin, bevor sie freie Schriftstellerin wurde. Für ihren Roman ›Ohne mich‹ wurde sie 2023 mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet. Sie lebt im Münsterland.“
( Quelle diogenes.ch )
„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz
Ein Roman erschienen im Diogenes Verlag am 25.02.2026
ISBN 978-3257073812
208 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Auch als Ebook und Hörbuch erhältlich

