„Mirabellentage“

Rezension 482

„Mirabellentage“ von Martina Bogdahn

Das Hörbuch wird gelesen von der Autorin selbst

Worum geht es?

Copyright KiWi Verlag

„Als der Ortspfarrer Josef überraschend stirbt, gerät die geordnete Welt seiner  Haushälterin Anna ins Wanken. Was soll nun werden? Erst mal muss sie die Beerdigung organisieren, den jungen Ersatzpriester Fridtjof in Empfang nehmen – und dann soll auch noch Josefs Asche ans Meer.

 

Dafür nimmt Anna, Anfang fünfzig, Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Gemeinsam erkunden sie die fränkische Gegend um Blumfeld und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben. An den Geruch des Sommers, die Farbe reifer Mirabellen, an harte Arbeit und kleine Alltagsfluchten.

Je näher der Aufbruch rückt, desto drängender werden Annas Fragen, denn die Fahrt bedeutet eine Reise ins Ungewisse. Es braucht eine Entscheidung. Wie gut, dass sie die nicht alleine treffen muss.“

( Quelle KiWi Verlag )

Meine Meinung:

Was für ein Roman, was für ein Buch 🙂 Definitiv eines meiner Jahreshighlights!! 🙂 Aber wieso, weshalb, warum? Das erzähl ich euch jetzt:

Anna ist Single, Anfang fünfzig, führt ein geregeltes Leben ohne Überraschungen und ist Haushälterin des ortsansässigen Pfarrers Josef, den sie schon seit Kindheitstagen kennt.

Als Josef stirbt, ist es nicht nur Annas Aufgabe, die Beerdigung zu organisieren, sondern auch Josefs letzten Wunsch zu erfüllen! Anna soll seine Asche ans Meer bringen und dort verstreuen. Ein recht ungewöhnlicher Wunsch für einen Gottesmann, aber für Anna ist klar, dass sie diesen Wunsch erfüllen wird! Aber wie kommt sie ans Meer? Sie ist seit Jahrzehnten nicht mehr Auto gefahren, das hat immer Josef übernommen! Aber sie hat bisher immer für alles eine Lösung gefunden; sie nimmt einfach Fahrstunden, um mit Josefs Mercedes seine sterblichen Überreste ans Meer zu bringen!

Ihren Führerschein hat sie damals beim Tanner gemacht. Der führt zwar nicht mehr die Fahrschule, er erklärt sich aber dennoch bereit, Anna Fahrstunden zu geben. Der Tanner war früher Annas Schwarm und irgendwie scheint sie ihm noch immer zugetan zu sein 😉 Und man merkt schnell, dass das auf Gegenseitigkeit beruht 🙂

Alleine das wäre schon Stoff für eine schöne Geschichte, aber es geht ja um den Tod vom Pfarrer; oder nicht? 😉 

Und dann ist da ja auch noch der neue Pfarrer Fridtjof! Ein total junger Kerl, der locker Annas Sohn sein könnte. Und wäre das nicht schon schlimm genug, ist er auch noch ein Nordlicht!! Er spricht so anders, da versteht ihn doch keiner in der Messe…

Und plötzlich ist Annas Leben nicht durch Josefs Tod vorbei, sondern wird bereichert, aufgefrischt durch neue liebe Menschen, die in ihr Leben treten…

Martina Bogdahn erzählt mit ruhiger Hand, liebevoller Ironie und einem Blick für die herrlich schrägen Eigenheiten des Landlebens eine wunderschöne Geschichte, die wie ein warmer Windhauch ist mit dem Geschmack nach Mirabellen und dem Gefühl von herzlichen Umarmungen! 🙂 Ich kann einfach nur von diesem Buch schwärmen und es jedem ans Herz legen, der eine leichte, zuckersüße, tiefgehende, aber nicht traurige Geschichte sucht, die man wunderbar im Sommer und eigentlich auch immer lesen kann!! 🙂 Oder hören, so wie ich 🙂 Martina Bogdahn liest selber und sie hat eine so tolle Stimme, die warm ist, beruhigend; eine Stimme, der man sich nicht entziehen kann! 🙂 Sie hat mich total in ihren Bann gezogen und mir einen wunderschönen Hörgenuss bereitet. Also, wer nicht gerne lesen mag, oder keine Zeit hat oder am Strand lieber was auf die Ohren will, der hört das Buch „Mirabellentage“ einfach 🙂

Aber was ist denn  jetzt das Besondere an diesem Roman? Dieses Buch lebt von den kleinen Dingen, von den alltäglichen Dialogen, von den Rückblenden in eine vergangene Zeit und von Anekdoten, die einem zum Lachen bringen! Von Mirabellen, die statt zur Marmelade zum Schnaps verarbeitet werden, von einem Pfarrer, der die Messe auf Italienisch hält, weil sein Plattdeutsch niemand versteht (zum Glück versteht auch fast niemand italienisch, klingt aber kirchlicher) und von einem Bestatter, der leere Särge beerdigt!

Und so werden Themen wie Verlust, Trauer, Veränderung in ein sommerliches Gewand gepackt, sodass so gewichtige Themen plötzlich leicht sind und sich einfach selbstverständlich anfühlen! Und so darf eben auch gelacht und geliebt werden

„Mirabellentage“ ist ein Roman, der lange im Gedächtnis bleibt und zumindest bei mir die Überlegung erneut ausgelöst hat, ob die derzeitige Bestattungskultur in Deutschland so noch lange haltbar ist. Es hat sich ja schon einiges getan und viel mehr ist möglich als früher, aber dennoch, da ist noch viel Luft nach oben! Auch wenn es im Buch vordegründig nicht DARUM ging 😉

Abschließend ist zu sagen, dass Martina Bogdhans „Mirabellentage“ ein leiser, gemütlicher und warmherziger Roman ist, der nicht zu melancholich ist und nicht zu kitschig rüberkommt.  Anna bei ihrem schweren wie aufregenden Weg zu begleiten hat mir persönlich sehr viel Freude gemacht und deshalb ist dieses Buch eines meiner Jahreshighlights! 🙂

Von mir bekommt „Mirabellentage“, de

5 / 5 Rezension !!!

Über die Autorin:

Martina Bogdahn, geboren 1976 in Weißenburg, ist auf einem Einödhof in Mittelfranken aufgewachsen und hat in Nürnberg Kommunikationsdesign studiert. Sie lebt und arbeitet als Fotografin in München. Ihr Debütroman »Mühlensommer« stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.“

( Quelle KiWi Verlag )

„Mirabellentage“ von Martina Bogdahn

Ein Roman erschienen beim KiWi Verlag am 16.04.2026

ISBN 978-3462013542

352 Seiten

Genbundene Ausgabe mit Schutzumschlag

Auch als Ebook und Hörbuch erhältlich

www.kiwi-verlag.de

„Mirabellentage“ wurde mir vom Verlag zwecks Buchbesprechung kostenfrei zugesandt. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf eine Meinung und Bewertung!

 

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