„Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“

Rezension 454

„Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer

Worum geht es?

Rezension
Copyright Dumont Buchverlag

„Liv ist 48, Ehefrau, Mutter, Küchenplanerin und – nachdem ihre erste Hitzewallung eine tödliche Kettenreaktion ausgelöst hat: Mörderin. Jetzt schläft Liv nicht mehr nur wegen des Hormonmangels schlecht, sondern auch wegen ihrer Schuldgefühle. Aber sich stellen und ins Gefängnis gehen ist keine Option, immerhin muss sie sich um drei pubertierende Kinder und ihren Mann Jörn kümmern, und natürlich um Marlies und Werner, ihre betagten Schwiegereltern. Bleibt nur eins, um mit sich ins Reine zu kommen: Liv muss ihre Einstellung ändern, ein positives Mindset erarbeiten. Ausgerechnet eine Exprostituierte und ihre Schwiegermutter helfen ihr dabei. Unglücklicherweise kommt es trotz aller Bemühungen zu weiteren Morden – aber wenigstens stehen ihr die beiden Frauen dabei mit einem positiven Mindset zur Seite.
Mit viel Witz und Spannung erzählt ›Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset‹ die Geschichte einer Frau, in deren Keller sich unversehens weiterhin die Leichen stapeln.“

Meine Meinung:

„Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer ist ein ebenso schräger wie tiefgründiger Roman, der den Spagat zwischen schwarzem Humor, Gesellschaftskritik und feministischer Selbstermächtigung wagt. Der zweite Teil der „Menopausen“-Krimireihe stellt einmal mehr Liv, eine scheinbar ganz normale Frau am Rande des Wahnsinns, in den Mittelpunkt: Ehefrau, Mutter von drei pubertierenden Kindern, pflichtbewusste Schwiegertochter und all dies mit dem Vollzeitjob als Küchenplanerin. Eigentlich hätte Liv nicht gedacht, dass eine Hitzewallung zu einer tödlichen Kettenreaktion führen könnte – doch so beginnt ihre unfreiwillige Karriere als Mörderin ( siehe Band 1 ).

Statt sich der Polizei zu stellen, versucht sie weiterhin das Alltagschaos zu bewältigen und die Balance zwischen Schuldgefühlen und Familienpflichten zu halten. Unterstützt wird sie von der Ex-Prostituierten Iza –  die nun als Pflegerin von Livs Schwiegereltern einen neuen Job gefunden hat – und ihrer Schwiegermutter Marlies; beide mit ganz eigenen Lebenserfahrungen und einem sehr pragmatischen Ansatz in Krisensituationen. Gemeinsam hilft sich das Trio gegenseitig durch das hormonelle Chaos und die Leichen im Keller – und Liv lernt spätestens jetzt, dass nur ein positives Mindset sie retten kann, wenn sich die Verbrechen häufen…

Es war herrlich mitzuerleben, wie sich Liv immer weiter in die Misere reitet und dabei eigentlich gar nichts dafür kann 🙂 Es halt sich halt alles so ergeben 😉 …

Tine Dreyer geht es in diesem Roman um mehr als um eine groteske Krimihandlung. Die Wechseljahre werden dabei nicht einfach als Ursache, sondern als Auslöser für bisher unterdrückte Wut und Frustration inszeniert. „Ältere“ Frauen werden unterschätzt, nicht gesehen, sollen aber alles managen und im Griff haben, sowohl Job als auch Familie! Natürlich ist die Handlung im Buch überspitzt, aber sie spiegelt die unterdrückten Wünsche und die Ohnmacht, die mit gesellschaftlicher Anpassung einhergehen.

Tine Dreyer gelingt es, feministische Themen wie die Tabuisierung des Älterwerdens, die Mehrfachbelastung von Frauen und die gesellschaftliche Unsichtbarkeit pointiert darzustellen. Die Hauptfigur Liv steht beispielhaft für viele Frauen, die zwischen Beruf, Familie und eigenen Bedürfnissen hin- und herspringen müssen. Toll fand ich, dass wie im ersten Band auch hier den Kapiteln Erklärungen vorangestellt sind; in diesem zweiten Band sind es Erläuterungen zu Mindset, Selbstachtung und Achtsamkeit! Weniger schön fand ich die vielen Gedankenabschnitte Livs, die immer wieder vorkamen; etwas weniger davon wäre in meinen Augen besser gewesen…

Das Cover finde ich  wieder überaus passend zum Thema Wechseljahre und Mindset: Eine rosafarbene Lotusblume, in der Pracht ihrer Blüte, bespritzt mit roten Blutflecken – herrlich! 🙂

Der Roman an sich ist relativ kurzweilig geschrieben. Tine Dreyer versteht es, mitreißend und fluffig zu schreiben! Ihre Art ist direkt, bissig und definitiv schwarzhumorig 😉  Aber er ist auch spannend, schließlich haben wir es hier mit einem Krimi zu tun 😉 Und gerade dieser Mix aus kriminalistischer Handlung und psychologischer Tiefe, gepaart mit Humor und Satire macht das Buch so gut! Mir hat es sogar noch besser gefallen als Band 1!  🙂

„Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“ ist ein origineller, charmant geschriebener Roman, der mit seiner ungewöhnlichen Protagonistin, seinem schwarzen Humor und den gesellschaftskritischen Untertönen überzeugt. Wer Lust auf eine Krimikomödie abseits vom Mainstream hat und sich auf weibliche Lebensrealitäten jenseits der 40 einlassen möchte, wird mit Livs Abenteuer bestens unterhalten. Das perfekte Buch für alle, die gerne lachen, aber auch nachdenklich werden wollen – und die bereit sind, sich auf die mörderischen Seiten der Menopause einzulassen 😉 Allerdings empfehle ich, die Reihe mit dem ersten Band „Morden in der Menopause“ zu beginnen, da dieser Band hier hier nahtlos an den ersten anschließt!

Von mir bekommt „Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“

4-5 / 5 Rezension !!!

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Über die Autorin:

„TINE DREYER ist das Pseudonym einer Autorin, die seit Jahren erfolgreich Kriminalromane und Thriller sowie Drehbücher schreibt. Nicht nur alterstechnisch ähnelt sie ihrer Protagonistin aus ›Morden in der Menopause‹, auch das Hormonchaos, das mitunter die gesamte Familie betrifft, ist ihr bekannt – inklusive aller absurden Folgeerscheinungen. Das Morden überlässt sie allerdings lieber ihrer Romanheldin Liv. Genau wie diese lebt Tine Dreyer mit ihrem Mann, zwei Söhnen und einer Hündin in Köln.“

( Quelle Dumont Buchverlag )

„Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer

Ein Roman erschienen beim Dumont Buchverlag am 17.06.2025

ISBN 978-3755800309

240 Seiten

Klappenbroschur

Auch als Ebook und Hörbuch erhältlich

www.dumont-buchverlag.de

„Morden in der Menopause“ von Tine Dreyer wurde mir im Zuge unseres Kölner Blogger – Stammtisches vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf meine Meinung und Bewertung!

 

 

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