Rezension 468
„Sündflut 1784“ von Marco Hasenkopf
Worum geht es?

„Cöln, 1784. Massengebete auf dem Rathausplatz konnten die schlimmste Flutkatastrophe seit Menschengedenken nicht verhindern. Während Leid, Hunger, Krankheit und Zerstörung die ganze Stadt ergreifen, scheint die eigenwillige Apothekerwitwe Anna-Maria in der religiösen Hysterie der perfekte Sündenbock zu sein – als vermeintliche Hexe soll sie für das Unglück büßen. Doch Amtmann Henrik van Venray setzt alles daran, ihre Unschuld zu beweisen, und stößt dabei auf eine ungeheuerliche Intrige …“
( Quelle Klappentext zu „Sündflut 1784“ von Marco Hasenkopf )
Meine Meinung:
Im Jahr 1784 wird Köln von einer gewaltigen Flut zerstört. Es folgen Armut, Krankheit und Verzweiflung. Viele verlieren die Grundlage ihrer Existenz! So auch Anna-Maria, derem verstorbenen Mann eine Apotheke gehört hat. Erst aus der Stadt geflohen, kehrt sie nun zurück, um sich anzusehen, wie hoch der Schaden wirklich ist. Bei Begehung ihres Heims erfährt sie jedoch von, man muss es leider so sagen, zwielichtigen Person, dass ihr das Haus gar nicht mehr gehört!
Anna-Maria ist klug, selbstständig und nicht bereit, klein beizugeben. Sie macht sich auf den Weg, den Anwalt aufzusuchen, der für diese Tragödie verantwortlich ist. Allerdings findet sie diesen ermordet auf und Anna-Maria wird fortan des Mordes beschuldigt. Und als ob das noch nicht reicht, halten viele sie für eine Hexe, die angeblich Schuld an der Flut sein soll; so nimmt das Drama seinen Lauf…
Der Amtmann Henrik van Venray glaubt jedoch nicht an diese Vorwürfe. Er versucht zu beweisen, dass Anna-Maria unschuldig ist, und stößt dabei auf eine Intrige, bei dem mehrere Personen im Hintergrund ihre Interessen durchsetzen wollen.
Anna-Maria ist eine sehr interessante Figur, weil sie zeigt, wie schwer es eine Frau haben kann, die ihren eigenen Kopf hat und etwas von ihrem Fach versteht. Statt Respekt erntet sie Misstrauen, vor allem von Männern, die ihre Autorität bedroht sehen.
Henrik van Venray hingegen steht für Vernunft und Gerechtigkeit. Er versucht, in einer aufgeheizten Atmosphäre sachlich zu bleiben und sich nicht von Hass und Aberglauben leiten zu lassen.
Ein zentrales Thema des Romans ist der Hexenwahn. Das Buch zeigt, wie schnell Menschen dazu bereit sind, einen Sündenbock zu akzeptieren, wenn sie eine einfache Erklärung brauchen. Dazu kommen Intrigen und Machtspiele! Manche Figuren nutzen die Notlage bewusst aus, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen.
Marco Hasenkopfs Schreibstil ist gut lesbar, aber nicht zu modern, sodass man sehr gut in die Zeit des 18. Jahrhunderts eintauchen kann. Hasenkopf beschreibt die zerstörte Stadt, die Armut und die Unsicherheit so, dass man sich die engen Gassen, die Verwüstung und die Verzweiflung der Menschen gut vorstellen kann.
Die Geschichte an sich ist wirklich spannend aufgebaut! Es gibt Verdächtige, falsche Spuren und Druck von oben, sodass man die ganze Zeit mit Henrik und Anna-Maria mitfiebert. Dabei verbindet sich der Krimi-Anteil gut mit den historischen Fakten.
„Sündflut 1784“ ist ein sehr lesenswerter, historischer Kriminalroman, der zeigt, wie der Mensch sich verhält, wenn er einer Katastrophe ausgesetzt ist. Er neigt zur Angst, zum (Aber-)Glauben, zu Hass, aber auch zu Mut und Selbstlosigkeit. Wie würden wir wohl agieren, sollten wir einer solchen Situation ausgesetzt sein?
Wer historische Geschichten mit Lokalkolorit mag, die spannend, aber auch informativ sind, der macht mit diesem Roman hier alles richtig 🙂
Von mir bekommt „Sündflut 1784“ von Marco Hasenkopf
5 / 5
!!!
Über den Autor:
„Marco Hasenkopf, geboren 1973 in Hamm/Westfalen, studierte Archäologie und war viele Jahre als Drehbuchautor für Theater und Filmproduktionen tätig. Er ist Preisträger des Kurt-Hackenberg-Preises für politisches Theater und lebt heute als freischaffender Schriftsteller und Theaterproduzent mit seiner Familie in Köln.“
( Quelle Emons Verlag )
„Sündflut 1784“ von Marco Hasenkopf
Ein historischer riminalroan erschienen im Emons Verlag am 16.10.2025
ISBN 978-3740824341
336 Seiten
Taschenbuch
Auch als Ebook erhältlich
Von Marco Hasenkopf habe ich bereits gelesen:
„Sündflut 1784“ wurde mir vom Autor und vom Verlag als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf eine Meinung und Bewertung!

