Rezension 467
„Verlorene Seelen“ von Eva Geßner
Worum geht es?
„Eine junge obdachlose Frau wird tot auf einem Spielplatz gefunden – erwürgt, missbraucht und ihr rechter Fuß abgetrennt. Ein Verbrechen, das Kommissarin Franziska Frey zutiefst erschüttert. Doch während die Ermittlungsarbeiten auf Hochtouren laufen, schlägt der Täter erneut zu – nach dem selben brutalen Muster. Für Franziska ist umgehend klar: Es handelt sich um einen Serienmörder. Kommissarin Frey und ihr Team stehen vor einem Rätsel. Es gibt kaum brauchbare Hinweise auf den Täter. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Tessa Anders gerät in das Visier des Mörders. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt … “
( Quelle Klappentext zu „Verlorene Seelen“ von Eva Geßner )
Meine Meinung:
Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Kommissarin Franziska Frey, die den Mord an einer jungen obdachlosen Frau aufklären soll. Die Leiche wurde verstümmelt auf einem Spielplatz gefunden, gekleidet in ein rotes Negligé und einem roten Stöckelschuh. (siehe Cover). Bald wird klar, dass es nicht bei einem Opfer bleibt, denn ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Gleichzeitig gerät Tessa Anders, die selbst am Rand der Gesellschaft lebt, in große Gefahr. Aus Angst vor ihrem gewalttätigen Ehemann, wählte sie, zusammen mit ihrem Hund, das Leben auf der Straße, da ihr dieses allemal würdiger, weil selbstbestimmt erscheint, als bei ihrem Mann zu bleiben…
Die Geschichte ist abwechslungsreich aufgebaut. Man liest aus der Sicht des Täters, der Polizei und der Opfer, bzw. der Obdachlosen. Diese ständigen Perspektivwechsel halten nicht nur die Spannung hoch, sondern ermöglichen es dem Leser mehr über die Figuren zu wissen, jedoch nicht, wer der Mörder ist! Und das sorgt für Nervenkitzel.
Ab einem bestimmten Punkt im Buch habe ich beim Lesen regelrecht den Atem angehalten, so spannend wurde es. Kennt ihr das? Wenn man es vor Spannung kaum noch aushalten kann? So erging es mir! 😊
Besonders eindrucksvoll war es zu lesen, wie schwer das Leben von Frauen ohne festen Wohnsitz ist. Angst vor Vergewaltigung und Unsicherheit ziehen sich durch die ganze Geschichte. Im Nachwort erklärt Geßner auch den Begriff der „verdeckten Obdachlosigkeit“, wenn Frauen keine Wohnung haben, aber versuchen, dies zu verheimlichen. Dadurch wirkt die Handlung sehr realistisch.
Eva Geßners Schreibstil ist klar, direkt und bildhaft, ohne übertrieben zu wirken. Gewalt wird geschildert, aber nicht bis ins kleinste Detail beschrieben. Die Spannung entsteht vor allem durch die psychische Bedrohung, nicht durch Schockmomente.
Mit Franziska Frey hat die Autorin eine sympathische und einfühlsame Ermittlerin geschaffen. Ihre Betroffenheit über die Taten bleibt nicht nur oberflächlich, sondern beeinflusst ihr Verhalten und ihre Gedanken. Auch die anderen agierenden Charaktere fand ich sehr gelungen.
Das besondere des Buches ist aber, dass neben der Krimihandlung auch auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam gemacht wird. Wie leicht Menschen ohne Wohnung übersehen werden, wie wenig Schutz Frauen auf der Straße haben und wie groß der Abstand zwischen ihnen und der restlichen Gesellschaft ist. Dadurch erreicht Eva Geßner auch Leser, die sich bisher kaum mit dem Thema Obdachlosigkeit beschäftigt haben.
„Verlorene Seelen“ ist also ein fesselnder Psychothriller mit klarem gesellschaftlichem Bezug. Er verbindet Spannung mit Nachdenklichkeit und zeigt eine glaubwürdige Ermittlerin, die den Leser emotional mitnimmt. Wer anspruchsvolle, aber mitreißende Krimis mag, wird diesen Roman sicher lange im Kopf behalten.
„Verlorene Seelen“ ist übrigens der zweite Teil um die Ermittlerin Franziska Frey. Er kann aber unabhängig vom ersten Band gelesen werden!
Von mir bekommt „Verlorene Seelen“ von Eva Geßner
5 / 5
!!! 🙂
Über die Autorin:
„Eva Geßner wurde 1968 im Rheinland geboren und wohnt in Köln.
Als Kind las sie so ziemlich alles, was sie in die Finger bekam, aber am liebsten Kriminalgeschichten und Abenteuerromane. Ihre erste Kurzgeschichte schrieb sie bereits mit 10 Jahren. Der Plot und die Bilder von Jeff Waynes War of the worlds hatten sie so verängstigt, dass ihr Vater kurzerhand eine Gegengeschichte mit freundlichen Außerirdischen erfand, die die beiden zusammen weitergesponnen und aufgeschrieben haben.
Nach dem Abitur studierte sie Geschichte und Geographie in Köln und arbeitete als freiberufliche IT-Trainerin und Beraterin. Dieser Job führte sie kreuz und quer durch die Republik, mit einem längeren Aufenthalt in München. 2014 kehrte sie ins Rheinland zurück. Das Schreiben ist ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden. Die nächsten Projekte sind bereits in Planung.“
( Quelle digital-publishers.com )
„Verlorene Seelen“ von Eva Geßner
Ein Thriller erschienen bei Digital Publishers am 16.01.2026
ISBN 978-3960878391
Taschenbuch
Auch als Ebook erhältlich
www.digital-publishers.com

