„Zwei in einem Bild“

Rezension 486

„Zwei in einem Bild“ von Morgan Pager

Aus dem amerikanischen Englisch von Kerstin Fricke

Worum geht es?

Coverbild Zwei in einem Bild
Copyright Hoffmann und Campe Verlag

„Jean ist gefangen im Museum, festgehalten auf einem Bild, das sein Vater Henri Matisse einst malte. Bis Claire, eine neue Mitarbeiterin des Museums, vor seinem Bild innehält. Als sie zufällig herausfindet, wie sie das Gemälde betreten kann, öffnet sich ihr eine Welt aus Licht, Farben und unerwarteter Freiheit. Gemeinsam durchstreifen Jean und Claire die Kunstwerke des Museums: Sie tanzen auf rauschenden Festen, fiebern bei Rennbahnen mit und wandern über sturmumtoste Klippen. Bis ihr vermeintlich grenzenloses Glück plötzlich in Gefahr gerät …“

( Quelle Klappentext zu „Zwei in einem Bild“ von Morgan Pager )

Meine Meinung:

Dieses Buch ist einfach nur wunder-, wunderschön 🙂 Wer hat nicht schonmal den Gedanken gehabt, wie es wäre, in ein Bild hineinzutauchen? Seidem ich Mary Poppins gesehen habe, kommt mir jedenfalls hin wieder dieser Gedanke, wie schön das doch wäre! 🙂

Aber jetzt zum vorliegenden Buch:

Claire, alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter, bekommt einen Job im Kunstmuseum. Als Reinigungskraft darf sie die heiligen Hallen Abend für Abend reinigen und sich dabei ein wenig der Kunst hingeben, wenn sie die kostbaren Gemälde abstaubt.

Datei:Henri Matisse, 1917, Portrait de famille (The Music Lesson), oil on canvas, 245.1 x 210.8 cm, Barnes Foundation.jpg
Copyright Henri Matisse / Ermitage St. Petersburg

Dabei hat sie immer wieder das Gefühl, als würden sich die Figuren auf den Gemälden bewegen, ihre Position leicht verändern. Ein Bild hat es ihr besonders angetan, und zwar das „Portrait de famille“ von Henri Matisse (siehe links). Insbesondere der junge Mann unten links. Er fasziniert sie und sie fragt sich, wer er wohl ist, was er liest, wie sein Tag so aussieht…

Wir als Leser bekommen aber nicht nur Claires Sicht zu lesen, sondern auch die Gedanken „auf der anderen Seite des Bildes“. So erfahren wir, dass der lesende junge Mann Jean heißt und der Sohn von Henri Matisse ist. Die Anderen im Bild sind seine Schwester Marguerite und sein kleiner Bruder Pierre, die Dame im Schaukelstuhl ist seine MutterAmélie. Wir erfahren von ihren Beobachtungen, denn so wie wir das Gemälde bertachten können, können auch sie aus dem Gemälde herausschauen und die Besucher des Museums und den Trubel in Augenschein nehmen.

Claire verweilt immer länger vor dem Bild „Portrait de famille“; sie führt Selbstgespräche, öffnet Jean ihr Herz. Und ja, man kann sagen, sie hat sich in ihn verliebt 😉

      >“Oh Gott!“, sagte ich laut. „Bin ich tatsächlich in ihn verknallt?“<

     (Seite 72, Zeile 9/10)

Auch Jean hat Gefühle für Claire entwickelt und eines Tages nimmt er all seinn Mut zusammen und gibt sch ihr zu erkenne, indem er auf einer Geige spielt…

Hören kann Claire ihn nicht, nur umgekehrt funktioniert das. Aber dann versuchen sie eines Tages etwas. Sie legen ihre Hände aneinander und Jean kann Claire ins Bild ziehen…

Was jetzt beginnt ist eine wunderschöne, zarte Liebesgeschichte. Die beiden habne, nicht nur in seinem, sondern auch in den anderen Gemälden,  eine sehr schöne Zeit miteinander; sie gehen auf Feste und entdecken die Küste. Und am liebsten würde ich jetzt schreiben: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann verweilen sie auch heute noch in dem Bild!“

>“(…)Ich hatte recht. Alles, was ich gerade erlebt hatte, war real, diese         Gemälde waren auf ihre eigene Weise lebendig, und ich besaß die Fähigkeit, die Kunst betreten zu können.(…)“<

      (Seite 70, Zeile 18-21)

So einfach ist es leider nicht! Claire muss immer auspassen beim rein- und rausgehen aus dem Bild nicht erwiwcht zu werden. Und dann kommt Corona…

Die Pandemie wird nicht namentlich genannt, aber als Leser weiß man sofort Bescheid. Das Museum wird geschlossen und Claires und Jens Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

Wird es möglich sein, dass sie beide sich wiedersehen? Haben die beiden überhaupt eine Zukunft?  Wie wird sich Claires Leben entwickeln? Schließlich hat sie noch eine Tochter!

All diese Fragen kann und möchte ich hier nicht beantworten 😉

Als das Museum wieder öffnet, geschieht jedoch ein Verbrechen, wo ich erst dachte, das dieses nicht so gut zur Geschichte passt; im Nachhinein fand ich diesen Schachzug echt clever von der Autorin 😉

Lest dieses Buch, wirklich, und erfahrt alles über diese absolut romantische Liebe 🙂 Und natürlich über das Verbrechen im Museum 😉

Morgan Pager hat mit „Zwei in einem Bild“ ein wunderbares Buch erschaffen, das zeigt, dass nicht nur im Schriftstück Geschichten erzählt werden, sondern auch in der gemalten Kunst. Bilder waren immer schon wichtig, konnten doch über viele Jahrhunderte nur wenige Menschen lesen! Und ich wette, ihr werdet demnächst ganz anders durchs Museum gehen, mir jedenfalls geht es so 😉

Der Schreibstil der Autorin macht es einem sehr leicht, sich komplett in die Geschichte um Claire und Jean fallenzulassen. Sie ist herzerwärmend ohne ins allzu kitschige abzudriften. Auf originelle Weise verschmelzen Realität und Fantasie miteinander und ergeben am Ende eine wunderschöne Geschichte, deren Cover übrigens Bezug nimmt auf die Geschehnisse im Buch.

Wer Lust hat, sich in der Welt der Kunst zu bewegen und dabei eine sehr süße Liebesgeschichte zu erleben, dem sei „Zwei in einem Bild“ sehr ans Herz gelegt. Es bereitet wunderbare Lesestunden, die leider wie im Flug vergehen 😉

Von mir bekommt Morgan Pagers Buch

5 / 5 Rezension !!!

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Über die Autorin:

„Morgan Pager ist professioneller Bücherwurm und arbeitet selbst im Verlagswesen. Als Bookstagramerin hat sie sich unter ihrem Handle @nycbookgirl eine große Followerschaft aufgebaut. Sie ist Absolventin der Duke University und lebt mit ihrem Mann und ihrer Katze in New York City an der Upper West Side.“

( Quelle Hoffmann-und-Campe.de )

„Zwei in einem Bild“ von Morgan Pager

Ein Roman erschienen im Hoffmann und Campe Verlag am 04.03.2026

ISBN 978-3455021189

352 Seiten

Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag

Auch als Ebook erhältlich

„Zwei in einem Bild“ wurde mir vom Verlag als Besprechungsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf meine Meinung und Bewertung!

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