“Die Mauer”

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Rezension 066

“Die Mauer” von John Lanchester

gelesen von Johannes Klaußner

Worum geht es:

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Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben.

Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen.
John Lanchester geht in seinem neuen Roman alle Herausforderungen unserer Zeit an – Flüchtlingsströme, wachsende politische Differenzen und die immer größer werdende Angst in der Bevölkerung – und verwebt diese zu einer hochgradig spannenden Geschichte über Liebe und Vertrauen sowie über den Kampf ums Überleben. ( Quelle Klett-Cotta )

Meine Meinung:

“Die Mauer” von John Lanchester könnte man als klassische Dystopie bezeichnen, wenn nicht die Geschichte, die diesem Buche zugrunde liegt, durchaus realitätsnahe und aktuelle Gedanken und Geschehnisse der heutigen Zeit aufgreift! Natürlich haben wir (noch) nicht solche Zustände, wie in dem Buch dargestellt, aber wir schreiben ja auch noch nicht das Jahr NACH dem Klimawandel! Wir stecken ja noch mittendrin und wer weiß, wann DANACH ist!

Die Grundidee des Romans, die John Lanchester übrigens im Traum zugespielt bekommen hat, ist also kein Hirngespinst und das macht das Ganze umso erschreckender! Viele Elemente haben durchaus einen vertrauten Charakter, insbesondere natürlich die Mauer als Anspielung auf die Berliner Mauer und die Mauer, die Trump so unbedingt haben will ( die allerdings noch nicht mal einem kleinen Sturm standhält, aber das ist eine andere Geschichte…).

Oder die Anderen, Flüchtlinge von wer weiß woher! Die Fortpflanzer, wichtig im Zuge zu kontrollierender Geburtenzahlen! ….

Zum Inhalt mag ich gar nicht mehr hinzufügen, als oben in der Inhaltsangabe zu lesen ist, aber während des Hörens stellt man sich schon die Fragen: Welches Jahr schreiben wir? Was genau ist geschehen? Wann wurde die Mauer erbaut? Wer gab den Befehl? Gibt es noch weitere Länder, mit solchen Mauern? Immerhin ist die Mauer um Großbritannien 10.000km lang!! Wie sieht das Leben der Verteidiger vor ihrem Wachdienst aus? Und was passiert nach erfolgreich absolvierten 2 Jahren Dienst?

Normalerweise mag ich es nicht, mit so vielen Fragen zurückgelassen zu werden, aber in diesem Fall stört es mich nicht! Ich stelle mir einfach vor, wie es vor dem Dienst in Großbritannien zugeht. Und ebenfalls meiner Fantasie überlasse ich es mir vorzustellen, was danach kommt!

“Die Mauer” ist eine Momentaufnahme, eine kurze Episode im Leben vieler und einzelner Menschen! Die Langatmigkeit, die zuweilen auftritt könnte durchaus eine Metapher sein, für den tagein tagaus langweiligen Dienst auf der Mauer, immerzu Kälte um sich herum ( in der Zukunft wird es ziemlich frisch ), die ewige Weite des Meeres! Das Lanchester eine Beziehung zwischen dem Protagonisten Joseph Kavanagh und Hifa entstehen lässt, könnte ebenfalls als Lichtblick in einer immer (gefühls)kälteren Welt verstanden werden! In einer Welt, in der Sklaverei wieder Einzug hält, in der Menschen “eingeschläfert” werden und Mauer-Versager aufs offene Meer ausgesetzt werden!

“Die Mauer” ist überaus hörenswert, die Stimme von Johannes Klaußner tut ihr Übriges. Oft war mir gar nicht bewusst, dass nur einer spricht: Klaußner hat eine tolle Stimme, die hervorragend zur Geschichte passt und die Empfindungen, positive wie negative, sehr gut zum Ausdruck bringt!

Über das Buch “Die Mauer” gibt es ja die unterschiedlichsten Rezensionen zu lesen! Einige Rezensenten sind nicht so angetan von Lanchesters Geschichte, andere wiederum sind gerade zu begeistert. Ich kann jetzt nur das Hörbuch, welches in einer gekürzten Fassung daher kommt, beurteilen und dieses Hörbuch erhält von mir

4 !!!

Eine durchaus interessante und lesenswerte- sowie hörenswerte Geschichte, die übrigens noch vor dem Brexit entstand!…

Über den Autor:

John Lanchester geboren 1962 in Hamburg, wuchs im Fernen Osten auf und arbeitete in England als Lektor beim Verlag Penguin Books, ehe er Redakteur der »London Review of Books« wurde. Daneben war er für Zeitungen und Zeitschriften wie »Granta« und »The New Yorker« tätig sowie als Restaurantkritiker für »The Observer« und Kolumnist für »The Daily Telegraph«. Er gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern und führenden Intellektuellen Englands.

( Quelle Klett-Cotta )

Über den Sprecher:

Johannes Klaußner, geboren 1985, steht bereits seit seinem achten Lebensjahr vor der Kamera. Zu seinen prägnantesten Rollen zählen unter anderem der Concierge Rudolf in Uli Edels „Das Adlon. Eine Familiensaga“ oder der vermeintliche Reichstagsbrandstifter Marinus van der Lubbe in Friedemann Fromms „Nacht über Berlin“. Seine junge, dunkle Stimme macht ihn zum beliebten Audiosprecher.

( Quelle Klett-Cotta )

“Die Mauer” von John Lanchester

gelesen von Johannes Klaußner

ein Hörbuch erschienen bei Randomhouse Audio

ISBN 978-3837146080

NEUAUFLAGE ab 14.September 2020 unter ISBN 978-3837151206

6 CDs, ca. 7 Std. 4 Min.

“Die Mauer” wurde mir von Randomhouse als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung und Bewertung!

 

 

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