„Der letzte Caffè“

copyright Pendo Verlag

Rezension 027

„Der letzte Caffè“ von Carsten Sebastian Henn

zum Inhalt:

In Trieste verschwinden die 5 besten Barista der Stadt, darunter auch Niccolò Tergeste, der Ehemann von Giulia. Diese war zur Studentenzeit des heutigen Professors Dr. Dr. Adalbert von Bietigheim dessen erste große Liebe! Ausgerechnet ihn bittet Giulia um Hilfe, ihren verschwundenen Gatten wieder zu finden.

Ganz Gentlemen begibt sich der Professor auf den Weg nach Italien, um seiner Jugendliebe zu helfen und um ihr in dieser ungewissen Zeit beizustehen. Denn eine Leiche wurde gefunden und Giulia Tergeste möchte, dass er, der Professor, sich diese Leiche anschaut, um ihren Mann Niccolò – falls er es sein sollte – zu identifizieren.

Doch es handelt sich bei dieser ersten Leiche um eine der anderen fünf verschwundenen Berühmtheiten. Wie es aussieht, wurde zu Tode geröstet!

Kurz darauf eine zweite Leiche.

Die Zeit rennt dem Professor buchstäblich davon.

Pit, ein mittlerweile guter Freund vom Professor – nur würde er das niemals zugeben – greift dem Kulinaristikgelehrten unter die Arme, um bei der Lösung dieses durchaus verzwickten Falles zu helfen.

Es geht um Kaffee, ganz klar. Alle Verschwundenen bzw. Ermordeten sind und waren Barista. Jeder von ihnen hat/hatte eine besondere Gabe, ein besonderes Können, welches sie einzigartig auf ihrem Gebiet macht/machte! Aber ist das Grund genug, ein Verbrechen zu begehen? Was oder wer steckt dahinter? Ein unbekannter sechster Barista vielleicht? Die Kaffee-Mafia? Ein Wahnsinniger? Ein Kaffee-Hasser?

Und was hat es mit der aus Giulias Elternhaus verschwundenen und niemals veröffentlichten Elegie von Rainer Maria Rilke auf sich? Hängt das gar alles irgendwie zusammen?

Fakt ist, dieser Fall bringt Professor Dr. Dr. Adalbert von Bietigheim an seine Grenzen, nicht nur intellektuell, sondern auch emotional…

Fazit:

Carsten Sebastian Henn versteht es wirklich seine Leser auf eine kulinarische Reise mitzunehmen. Dieses mal entführt er uns in die Kaffee-Stadt Trieste!

Die Geschichte um die 5 verschwundenen Barista geht relativ rasant los, man ist rasch mitten im Geschehen! Allerdings muss ich gestehen, dass das Buch das Tempo bzw. die Steigung nicht halten kann und eher gemächlich daher kommt!

Ungewohnt, aber ganz nett, ist es auch, dass man doch so einiges über die Gefühlswelt des Professors erfährt, der sich seinen Gefühlen eher verschließt und sich nur seiner Hildegard gegenüber amourös äußert. In Rückblenden, die immer wieder auftauchen, erfährt man Einiges über den damaligen Studenten Bietigheim, wie er in Triest Giulia kennen- und lieben gelernt hat und wie er schließlich von ihr enttäuscht wurde.

Es ist interessant zu sehen, wie der Professor durch diese Empfindung kriminalistisch ins Straucheln gerät und Schwierigkeiten hat, den Fall, so wie er es sonst gewohnt ist, souverän zu lösen. Erst mit Pits Hilfe, seinem Helfer in der Not oder wie ich ihn auch liebevoll nenne, seinen Handlanger und Vollstrecker, gelingt es ihm, Ordnung in seine Gedanken zu bringen und letztendlich auch so was wie Struktur im vorliegenden Fall zu erkennen. Denn auch das ist mir schwer gefallen, irgendeine Ordnung, eine Linie zu erkennen. Es war mir teilweise zu konfus!

Das Ende kommt dann wiederum überraschend daher und hat mich dadurch mit dem sich zum Teil dahinziehenden Tempo und der leicht wirren Handlung versöhnt! Überhaupt, wer Fan von Carsten Sebastian Henn und besonders von diesem schrulligen, besserwisserischen Professor ist, kann nicht wirklich enttäuscht werden! Mir geht es zumindest so!

Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat, war die Erklärung um die heftige Abneigung des Professors gegenüber Minze! Gefragt habe ich mich beim Lesen schon oft, woher diese Abscheu gegenüber dieser Pflanze bzw. des Geschmacks wohl herrührt. In diesem sechsten Band erfahrt ihr es! Ihr müsst also schon selber lesen, wenn ihr an der Auflösung interessiert seid!!

Am Ende des Krimis erwartet den Leser wie gewohnt eine Auswahl leckerer Rezepte, wie z.B. das Brasilianische Kaffeesteak! Und im Anschluss an die Rezepte folgt ein Glossar der wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit Kaffee! Man kann also auch noch richtig was lernen und dann beim nächsten Kaffeekränzchen ordentlich angeben!!

Carsten Sebastian Henn hat bereits 5 kulinarische Krimis mit Professor Dr. Dr. Adalbert von Bietigheim und seinem treuen Vierbeiner Benno von Saber veröffentlicht (hier die Rezension zu „Der letzte Whisky“) , dieser hier ist der sechste. Es ist zwar nicht sein bester Krimi, aber das wäre Jammern auf hohem Niveau! Ich liebe sie alle!!!

Daher bekommt „Der letzte Caffè“ von mir

4 !!!

zum Autor:

Carsten Sebastian Henn, geboren am 29.10.1973 in Köln, ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Restaurantkritiker des „Kölner Stadtanzeigers“, Chefredakteur des Gault+Millan Weinguides und Redaktionsleiter Deutschland des Weinmagazins Vinum. Er besitzt einen Weinberg an der Mosel und ist regelmäßig auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden.

„Der letzte Caffè““ von Carsten Sebastian Henn

erschienen beim Pendo-Verlag / Piper-Verlag

Hardcover

336 Seiten

ISBN 978-3-86612-445-5

www.piper.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.