“Queen July”

copyright Verbrecherverlag

Rezension 061

“Queen July” von Philipp Stadelmaier

zum Inhalt:

“Sommer in Paris. Eine Badewanne voll von kaltem Wasser, darin: July, Weißwein trinkend. Auf dem Fliesenboden neben ihr sitzend erzählt Aziza von ihrem Aufwachsen in Paris und ihrem Leben in Dschibuti. Seit Jahren versucht sie dort, ihre Pariser Liebe zu vergessen. Das fällt ihr nicht allzu schwer zwischen dem Job als Anästhesistin im chinesischen Krankenhaus, trockenen Gin Martinis mit dem attraktiven Kollegen aus Addis Abeba, der verwüsteten Hotel-Suite nach den Nächten mit den somalischen Khat-Schmugglerinnen und den Yacht-Touren mit einem Playboy aus Mosambik.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Strehler sich wieder meldet. Strehler, den Aziza noch aus der Schulzeitkennt, ihre erste Liebe. Strehler, der sich ihr aus unerfindlichen Gründen entzog, der sich plötzlich und unerwartet von ihr abwandte. Diese alte Romanze glüht immer wieder auf und vermiest Aziza die Leichtigkeit am Horn von Afrika. Sie verwickelt sich wieder in Schwärmereien, die nur July zu entwirren vermag.” ( Quelle Verbrecherverlag )

 

Fazit:

Also, zuallererst muss ich mal das Cover erwähnen! Es ist schlicht blau, die Schrift ist gelb, ebenso das Vorsatzpapier. Das scheint auf den ersten Blick nichts Besonderes, wer aber mal die website des Verbrecherverlags besucht, wird rasch merken, dass die meisten Bücher aus diesem Verlag derart schlicht, aber auffällig gehalten sind. Und das liebe ich!! Kein Gedöns, kein Schnickschnack, nichts, was eventuell von einer schlechten Story ablenkt! Nein, hier steht die Geschichte im Vordergrund! Und diese besondere Art der Covergestaltung war es auch, die mich auf der Frankfurter Buchmesse hat auf diesen Verlag aufmerksam werden lassen!

Ein großer Dank an Sara Trapp, die mir dieses Buch dann mitgeben hat und mich mit ihrer Begeisterung für den Verbrecherverlag angesteckt hat!!

So, jetzt aber zum Buch:

Dieses Buch von Philipp Stadelmaier liest sich so wunderbar leicht! Man möchte sich gleich selbst mit einem Glas Weißwein neben July in die Badewanne legen und Azizas Ausführungen lauschen.

Das spricht für Philipps Schreibstil, der einen einfach mitnimmt auf diese Reise nach Paris und Dschibuti und auch für seine Gabe, seine Protagonisten sehr bildhaft erzählen zu lassen. Ich war noch nie in Paris und schon gar nicht in Dschibuti, aber es kam mir während des Lesens so vor, als ob ich schon mal da war!

Die Geschichte an sich ist nichts Großes. Das heißt, für Aziza ist es das Größte überhaupt, beschäftigt sie sich doch seit fast 20 Jahren damit! Aber es ist eine Geschichte, wie viele sie vielleicht schon erlebt haben, vielleicht sogar du selbst, lieber Leser?

Aziza lässt uns teilhaben an ihrem Gefühlsleben, ihren Selbstzweifeln, aber auch an ihrem Wachstum! Wir lernen einen ganz wundervollen, sensiblen Menschen kennen, der auf der einen Seite viel über seine Gefühlswelt preisgibt, aber auf der anderen Seite aber auch Stärke beweist, indem sie Terror und Elend trotzt und ihren Weg geht! Und wir erleben July, die in der Hitze Frankreichs wie eine Königin in ihrer Wanne thront und eine wundervolle Freundin und Zuhörerin ist!

Das Ende der Geschichte kommt dann auch wenig überraschend daher, was ich jetzt aber nicht als negativ empfand. Nur hätte ich den beiden Frauen gerne noch weiter “zugehört” und mehr über July erfahren!

Dieses kurzweilige Buch hat mich jedenfalls auf seinen 144 Seiten wirklich unterhalten und wer auf der Suche nach einer netten, aber anspruchsvollen Lektüre ist, macht mit Philipp Stadelmaiers Buch “Queen July” wenig falsch!

4 für dieses Buch!

“Ein Buch wie ein französischer Film – anspruchsvoll, frivol, politisch, atemlos und ganz leicht.”

( Quelle Klappentext “Queen July” )

über den Autor:

“Philipp Stadelmaier wurde 1984 in Stuttgart geboren. Studium der Komparatistik und Romanistik in Frankfurt a.M., zurzeit Promotion in Filmwissenschaften in Frankfurt und Paris über Jean-Luc Godard und Serge Daney. Seit 2012 schreibt er für die Süddeutsche Zeitung, seit 2015 für das Filmbulletin. Seine Essays erschienen u.a. in der deutschen Vogue, auf dem Blog des Merkur und in der Literaturzeitschrift Metamorphosen.

2016 erschien im Verbrecher Verlag der Tagebuch-Essay “Die mittleren Regionen. Über Meinung und Terror”, geschrieben in Paris nach den Anschlägen vom Januar und November 2015. 2017 entstand mit der grotesken Komödie “Vanishing Points” sein erstes Theaterstück.

2018 wurde er für “Die mittleren Regionen” mit dem Clemens-Brentano-Preis für Literatur der Stadt Heidelberg ausgezeichnet.

Er lebt in Wien.”

( Quelle Verbrecherverlag )

“Queen July” von Philipp Stadelmaier

ein Roman erschienen im Verbrecherverlag

ISBN 978-3957324078

144 Seiten

Hardcover

www.verbrecherverlag.de

“Queen July” wurde mir vom Verbrecherverlag als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung und Bewertung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.