„Animus“

„Animus“ von Astrid Schwikardi

Rezension 090

~* „Animus ist – laut dem Psychoanalytiker C.G.Jung – die männliche Erscheinung und der männliche Funktionsbereich in der Seele einer Frau“ *~

Worum geht es?

copyright mainbook Verlag

“Tiefe Besorgnis macht sich unter den Kölnern breit, als eine stark verweste Frauenleiche aus dem Fühlinger See geborgen wird. Kurz darauf verschwindet der Polizeichef des KK11 unter mysteriösen Umständen. Handelt es sich nur um einen Zufall?
Kriminalhauptkommissar Mark Birkholz bezweifelt das und begibt sich auf die Suche nach seinem Chef. Kurzerhand folgt er seiner Spur und stößt dabei auf eine 12 Jahre alte Ermittlungsakte zum Vermisstenfall Emily Voss.
Die junge Frau war als Rucksacktouristin unterwegs und verbrachte ein paar Tage in einem abgelegenen Ferienhaus im niederländischen Giethoorn. Dort verschwand sie spurlos. Bis zum heutigen Tag bleibt ihr Schicksal ungeklärt.
Was passierte damals wirklich? Und aus welchem Grund interessierte sich der Kölner Polizeichef für Emilys Akte, wenn doch die Ermittlungen aus Mangel an Beweisen schon vor Jahren eingestellt wurden?”

(Quelle Klappentext zu “Animus”)

Meine Meinung:

“Animus“ ist bereits der zweite Kriminalroman aus der Feder von Astrid Schwikardi, den ich lesen durfte! „Uterus“, der erste Band, hat mir schon sehr gefallen! Aber „Animus“ ist einfach nochmal viel, viel besser!!

Was hat mir besser gefallen? In erster Linie dieser interessante, mysteriöse Fall! Und wie alles mit allem zusammenhängt! Sehr raffiniert gemacht von der Autorin! Aber auch den Protagonisten, den Ermittler Mark Birkholz, lernen wir hier im zweiten Band besser kennen, was ihn für mich in meinen Augen noch eine Spur sympathischer macht. Der Aufbau der Geschichte ist meiner Meinung nach gut nachvollziehbar, der Sprachstil der Autorin ist gut zu lesen und verständlich, also keine komplizierten, nicht enden wollende Sätze! Und die Story spielt überwiegend in Köln! Klarer Heimvorteil für mich, kenne ich doch sämtlich Schauplätze!

Mit diesem Buch ist Spannung bis zum Schluss garantiert, auch wenn ich zwischendurch mal eine Ahnung hatte, wer der Mörder ist, hat es Astrid Schwikardi geschafft, mich kurz vor Schluss nochmal auf eine falsche Fährte zu führen! Gemein, aber genial!!

“Dieses“ Buch ist Unterhaltung pur! Es hat mir großen Spaß gemacht, „Animus“ zu lesen und ich bin schon sehr gespannt auf den Dritten!! Übrigens ist es nicht zwingend notwendig Band 1, also „Uterus“ bereits gelesen zu haben, ich empfehle es aber dennoch. Gerade um sich in die Figur des Ermittlers Mark Birkholz reinzudenken!

Für „Animus“ spreche ich eine klare Leseempfehlung aus und  vergebe

5  !!!

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Über die Autorin:

Astrid Schwikardi wurde 1974 in der Nähe von Wuppertal geboren und arbeitet Hauptberuflich als Führungskraft in einem Versicherungunternehmen. Unter dem Pseudonym V.J.Coutier erschienen bereits Kurzgeschichten, die in einer Anthologie veröffentlicht wurden.

“Animus” von Astrid Schwikardi

ein Krimi erschienen bei mainbook

ISBN 978-3947612826

256 Seiten

Taschenbuch

auch als ebook erhältlich

ebenfalls im mainbook Verlag erschienen:

“Uterus”

www.mainbook.de

“Animus” von Astrid Schwikardi wurde mir vom mainbook Verlag als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt! Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung und Bewertung!

 

“Porzellankind”

 

Rezension 080

“Porzellankind” von Myriane Angelowski

Worum geht es?

Copyright Emons Verlag

“Ellis ist ein phantasievolles Kind. Leise und einsam bewegt sie sich durch die Villa der Eltern. Denn ihre Mutter erträgt keine Nähe. Und keinen Lärm. Ellis’ Bruder ist ein Schreikind. Sein Gebrüll wird zur familiären Belastung – bis er schließlich für immer verstummt. Was ist geschehen? Schritt für Schritt entwickelt sich zwischen Ellis und ihrer Mutter ein verstörendes Intrigenspiel, bis Ellis erkennt, dass es mehr als eine Wahrheit gibt. Sie beschließt, abzurechnen. Bedingungslos …”

( Quelle Emons Verlag )

Meine Meinung:

“Porzellankind” lag jetzt schon eine ganze Weile auf meinem WTR-Stapel. Im November besuchte ich hier bei uns in Köln eine Lesung von und mit Myriane, wo ich netterweise ein neues Rezensionsexemplar bekam ( Einige von euch erinnern sich: FBM19, verlorener Rucksack…).

Die Lesung fand ich richtig gut und im Nachhinein kann ich sagen, dass Myriane die Information genau richtig dosiert hat, die sie dem Leser gibt! Mir schwante damals schon, dass dieses Buch nicht einfach für mich zu lesen sein wird, aber die Wahrheit ist noch viel unfassbarer!!…

Der Klappentext zu “Porzellankind” schildert nur im Ansatz, welche Grausamkeiten diese Geschichte verbirgt! Und ich rede nicht von Blut und Gemetzel, nein! Solche Brutalitäten meine ich nicht. Ich spreche von den psychischen Gräueltaten, zu denen Menschen im Stande sind! Zu denen eine Mutter im Stande ist!!

Die Art und Weise wie das Buch aufgebaut ist mag dem einen konfus erscheinen, ich habe das aber nicht so empfunden. Das Buch ist aufgeteilt in 3 Abschnitte: im ersten Teil befinden wir uns in einer vergangenen Zeit, in der die Protagonistin Elli noch Kind ist ( Kapitel die mit davor gekennzeichnet sind ) und in der Gegenwart, im Jetzt ( gekennzeichnet mit danach ), wobei der Leser nicht direkt erfährt um wen es sich in der dritten Person handelt.

Im zweiten Teil gibt es wieder davor– und danach-Abschnitte! Davor beschreibt eine spätere Vergangenheit und danach wiederum die aktuellste -Gegenwart.

Im dritten und letzten Teil gibt es kein davor und danach mehr, wir sind im absoluten Jetzt angekommen, also quasi in dem Zeitraum, welcher im zweiten Teil noch als danach deklariert ist.

Was jeweils in den drei Teilen geschieht möchte ich gar nicht genauer erläutern! Es ist aber essentiell für die Entwicklung der Geschichte, für die Entwicklung der Protagonistin, aber auch unheimlich wichtig für den Leser, der als stiller Beobachter und Analyst das Ganze ja von außen betrachtet, sich aber dennoch ein konkretes Bild machen muss, und zwar ohne zu werten, ohne zu urteilen! Das klingt jetzt alles andere als lesenswert und unheimlich kompliziert und vielleicht muss man wie ich ein Faible für Psychologie, ein Verständnis für etwaige psychische Störungen haben, um mit dem Erzähltem zurecht zu kommen! Aber ich finde, es lohnt sich am Ball zu bleiben!! Was dort mit der kleinen Elli geschehen ist, ist keineswegs Spinnerei und an den Haaren herbeigezogen, ich denke, dass so etwas viel öfter vorkommt als man meint! Und das ist traurig! Grausam und traurig!…

Man ahnt, was am Ende geschieht, liest es sich herbei und möchte es trotzdem nicht wahrhaben!

Man möchte die kleine Elli einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles gut wird. Aber nichts wird gut!

Elli hatte als Kind eine imaginäre Freundin hat, Dorothy. Auch sie ist für manches Geschehen in der Geschichte nicht ganz unerheblich, ist sie doch die einzige Freundin, die Elli hat, je hatte…

Ihr lieben Buchlinge, “Porzellankind” ist  einerseits sehr faszinierend und gleichzeitig so erdrückend. Myriane Angelowski brauchte mehrere Jahre zur Fertigstellung des Buches, aber ich finde, der Thriller, der mehr ein Psychothriller ist oder eher sogar noch eine Fallstudie, kann sich sehen und auch lesen lassen! Das Thema “Triggern” wird hier sehr gut verdeutlicht!!

Es war gut, das Buch so lange liegen zu lassen, denn jetzt war genau der richtige Zeitpunkt es zu lesen! Denn für mich war es nicht einfach mitzuverfolgen, was da diesem lieben Kind, dieser späteren jungen Frau angetan wurde! Mehr als einmal war ich den Tränen nahe, am Ende konnte ich sie nicht mehr zurückhalten…

Dafür vergebe ich

5 !!!

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Nicht immer ist es leicht zu erkennen, ob jemand Hilfe braucht, aber vielleicht hat man ja ein ungutes Gefühl, das einem mitteilen möchte “Tu was”!!! Zögert dann bitte nicht euch Hilfe zu holen! Die  Telefonseelsorge  anzurufen ist eine Möglichkeit. Wer sich zuerst Informationen einholen möchte, kann dies zum Beispiel hier machen! Auch Denjenigen anzusprechen ist nicht falsch!! Kommunikation ist hier sehr wichtig!!

Über die Autorin:

Myriane Angelowski, in Köln geboren und im Bergischen Land aufgewachsen, studierte Sozialarbeit und arbeitete als Referentin für Gewaltfragen bei der Kölner Stadtverwaltung. Neben ihrer Arbeit als Autorin leitet sie Krimi-Seminare und Schreibworkshops.”

( Quelle Emons Verlag )

Impressionen zur Lesung am 07.November 2019:

Frankfurter Buchmesse 2019
copyright Verena Breuer
copyright Verena Breuer

“Porzellankind” von Myriane Angelowski

ein Thriller erschienen im Emons Verlag am 19.09.2019

ISBN  978-3-7408-0607-1

288 Seiten

Klappenbroschur

auch als ebook erhältlich

www.emons-verlag.com

“Porzellankind” wurde mir von der Autorin und vom Verlag als  Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung!

“Lara – der Anfang”

Rezension 069

“Lara – der Anfang” von Thea Wilk

Worum geht es?

copyright Thea Wilk

“Mitten im Winter. Ein Haus am Meer.
An einem menschenleeren Strand.

Für Laras Freundin Bobbi klingt es wie das Paradies. Lara selbst
möchte das Erbe ihres Großvaters nicht antreten. Sie will nicht in
das Haus, aus dem er sie vor achtzehn Jahren verbannt hat. Will
den Ursachen für ihre Albträume nicht auf den Grund gehen. Continue reading ““Lara – der Anfang””

“Queen July”

Rezension 061

“Queen July” von Philipp Stadelmaier

zum Inhalt:

copyright Verbrecherverlag

“Sommer in Paris. Eine Badewanne voll von kaltem Wasser, darin: July, Weißwein trinkend. Auf dem Fliesenboden neben ihr sitzend erzählt Aziza von ihrem Aufwachsen in Paris und ihrem Leben in Dschibuti. Seit Jahren versucht sie dort, ihre Pariser Liebe zu vergessen. Das fällt ihr nicht allzu schwer zwischen dem Job als Anästhesistin im chinesischen Krankenhaus, trockenen Gin Martinis mit dem attraktiven Kollegen aus Addis Abeba, der verwüsteten Hotel-Suite nach den Nächten mit den somalischen Khat-Schmugglerinnen und den Yacht-Touren mit einem Playboy aus Mosambik.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Strehler sich wieder meldet. Continue reading ““Queen July””

“Wie auf Sand”

Rezension 059

“Wie auf Sand” von Valeska Réon

zum Inhalt:

copyright A.P.P. Verlag

Die Beerdigung ihres Freundes Andreas führt die alte Clique aus Jugendzeiten wieder zusammen. Beim Leichenschmaus versuchen die Freunde herauszufinden, wie es nur zu diesem entsetzlichen Selbstmord hatte kommen können. Oder war es gar keiner? Wer hätte ihn so hassen können, dass er ihm ans Leben wollte? Der Einzige, der in Frage kommen könnte, ist Michael, ebenfalls ein früherer Schulfreund. Doch Michael kann es nicht gewesen sein, denn Michael ist seit 12 Jahren tot… Continue reading ““Wie auf Sand””

“Das Geburtstagsfest”

Rezension 032

“Das Geburtstagsfest” von Judith W. Taschler

Worum geht es?

copyright Droemer Knaur

Kim Mey hat Geburtstag. Er wird 50 Jahre alt! Und zu diesem Anlass hat nicht nur seine Frau Ines, entgegen seiner Wünsche, eine große Überraschungsparty geplant, nein, auch seine Kinder haben sich etwas besonderes überlegt! Extra für ihren Vater haben sie eine alte Freundin von ihm eingeladen: Tevi Gardiner. Continue reading ““Das Geburtstagsfest””