“Die Wälder”

copyright btb Verlag / Randomhouse

Rezension 074

“Die Wälder” von Melanie Raabe

Worum geht es?

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte …

Meine Meinung:

„Die Wälder“ von Melanie Raabe habe ich quasi in einem weggelesen, was dafür spricht, dass mich das Buch von Beginn an gepackt hat und bis zum Schluss nicht losließ!

Es wird zwischen zwei Ebenen hin und her gesprungen: der Gegenwart der Protagonisten und der Vergangenheit, die die Protagonisten zusammen als Kinder erlebt haben. Ich muss zugeben, die Vergangenheitsebene hat mir sogar ein wenig besser gefallen, erinnerte sie mich doch sehr an „Stand by me“ von Stephen King, den Film habe ich geliebt!!

Aber auch die Gegenwart hat so Einiges zu bieten, vor allem einige unerwartete Wendungen!

Gegen Ende, und das muss ich leider sagen, nahm ich der Autorin die Handlung nicht mehr so ganz ab! Es kann aber auch an der Protagonistin Nina liegen, die mir als Erwachsene nicht ganz so sympathisch war wie als Kind! Auch die anderen Protagonisten, selbst den verstorbenen Tim, wusste ich nicht wirklich zu nehmen! Alles in allem empfand ich so manche Szene, besonders zum Ende der Geschichte hin, als zu konstruiert! Zu vorhersehbar!…

Die Art und Weise aber, WIE Melanie Raabe schreibt, fand ich richtig toll! Ein guter Lesefluss ist das A und O für den Leser und daran habe ich hier nichts auszusetzen! Mir ist auch immer wichtig, “bewegliche” Bilder im Kopf zu haben und auch das ist Melanie Raabe gelungen, ebenso konnte ich jegliche Stimmung nachempfinden, besonders in den Wäldern…

Ich fand „Die Wälder“ durchaus spannend, den Wechsel zwischen den Ebenen fand ich gelungen, die Protagonisten als Kind fand ich mega, als Erwachsene solala! Die Auflösung des Ganzen fand ich merkwürdig und fad, allerdings geht es letztendlich gar nicht um „die Auflösung“, sondern um die Protagonisten, deren Gefühlswelt und Beziehung untereinander! Fast schon ein gesellschaftskritischer Roman! Wie gut kennt man sich? Wie gut glaubt man jemanden zu kennen? Wie sehr vertraut man sich auch heute noch? Können aus Freunden tatsächlich Fremde werden? Was ist Lüge, was ist Wahrheit? DAS mitzuerleben fand ich sehr interessant, da wurde das eigentliche “Verbrechen” zur Nebensache!

Für dieses Werk und die gute Unterhaltung vergebe ich an Melanie Raabe gute

4  !!!

Kann man lesen! 🙂

 

Über die Autorin:

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in Thüringen und NRW auf und studierte Medienwissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum. Ihr erstes Buch beim btb Verlag “Die Falle” erschien 2015. Weitere Bücher sind “Die Wahrheit” und “Der Schatten”. Melanie Raabe ist offizielle Lesebotschafterin der Stiftung Lesen und lebt in Köln.

“Die Wälder” von Melanie Raabe

ein Thriller erschienen im btb Verlag / Randomhouse

ISBN 978-3442757534

432 Seiten

Taschenbuch

auch als ebook und Hörbuch erhältlich

www.ranomhouse.de

“Die Wälder” wurde mir von Randomhouse als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung und Bewertung!

“Herzmalerei”

copyright Syma Schneider

Rezension 071

“Herzmalerei” von Syma Scheider

Worum geht es?

«Was wäre, wenn sich zwei Seelen in vergangenen Leben so sehr geliebt haben, dass sie einander immer wieder suchen?»

“Wenn die Liebe nur noch so dahinplätschert, kann etwas Aufregung nicht schaden. Doch was dann geschieht, übersteigt Zenias Vorstellungskraft. Als sie eine mysteriöse Botschaft erhält, bricht Chaos in ihrem Herzen aus. Dramatische Veränderungen schlagen in ihr Leben ein wie Meteoritenschauer. Continue reading ““Herzmalerei””

“Lara – der Anfang”

copyright Thea Wilk

Rezension 069

“Lara – der Anfang” von Thea Wilk

Worum geht es?

“Mitten im Winter. Ein Haus am Meer.
An einem menschenleeren Strand.

Für Laras Freundin Bobbi klingt es wie das Paradies. Lara selbst
möchte das Erbe ihres Großvaters nicht antreten. Sie will nicht in
das Haus, aus dem er sie vor achtzehn Jahren verbannt hat. Will
den Ursachen für ihre Albträume nicht auf den Grund gehen. Continue reading ““Lara – der Anfang””

“Die Mauer”

copyright Randomhouse Audio

Rezension 066

“Die Mauer” von John Lanchester

gelesen von Johannes Klaußner

Worum geht es:

copyright Randomhouse Audio

Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Continue reading ““Die Mauer””

“Brennende Narben”

copyright Bastei Lübbe

Rezension 065

“Brennende Narben” von Leo Born

Worum geht es?

Die Vergangenheit lässt der eigenwilligen Frankfurter Kommissarin Mara Billinsky keine Ruhe. Der Mörder ihrer Mutter wurde nie gefunden. Zudem halten der Mord an einer Edel-Prostituierten und ein Bombenanschlag auf der Autobahn das gesamte Kripo-Team in Atem. Eines Tages erhält Mara eine anonyme Warnung: Der “Wolf” sei in der Stadt und im Visier habe er:– sie!

Continue reading ““Brennende Narben””

“Das Geschenk”

copyright Droemer Knaur

Rezension 055

“Das Geschenk” von Sebastian Fitzek

zum Inhalt:

Milan Bergs Leben verändert sich von dem einen auf den anderen Moment, als er auf dem Weg nach Hause ein weinendes Mädchen sieht, welches in völliger Verzweiflung einen Zettel an die Windschutzscheibe des Autos hält, auf dessen Rückbank es sitzt. Milan ahnt gleich, dass das Mädchen in ernsthafter Gefahr ist, aber Milan hat ein schwerwiegendes Problem: er kann nicht lesen! Continue reading ““Das Geschenk””

30 Jahre Mauerfall

09. November 2019

 30 Jahre Mauerfall

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Rückblende:

Am 09. November 1989 fiel die Mauer! Die Mauer, die die BRD von der DDR trennte – oder umgekehrt. Ich erinnere mich, dass ich damals als 10-Jährige vor dem Fernseher saß und meine Eltern gebannt die Nachrichten schauten. Ich erinnere mich an die nachfolgenden Bilder, wie Hunderte von Menschen von dem einen in das andere Land strömten! Glücklich, weinend, jubelnd! Fremde Menschen lagen sich in den Armen, Familien wurden wieder vereint! Autos hupten!

Was war denn nur geschehen?

Damals als Kind konnte ich noch nicht verstehen, was da gerade passierte, aber ich fand es toll und irgendwie spannend!

In den folgenden Jahren wurde es für mich zur Normalität, dass Deutschland wiedervereint ist! Statt Bonn war Berlin wieder Bundeshauptstadt! Und wir bekamen neue Schüler in meine Klasse, die von “drüben” kamen!

Für mich existiert heute keine Mauer mehr, hat es aber ehrlich gesagt auch früher nicht; wie gesagt, ich war zu jung, um das Ganze zu verstehen!

Heute:

Heute allerdings frage ich mich, warum so gut wie nie über die DDR im Unterricht gesprochen wurde? Nie über die Wiedervereinigung? Immerzu wurde der 2. Weltkrieg durchgekaut, die Weimarer Republik und die Französische Revolution! Das ist heute wahrscheinlich nicht anders. Aber wäre es nicht besser gewesen, mal darüber zu sprechen, was auch uns direkt betrifft? Den Mauerfall? Wie kam es überhaupt dazu, dass ein Land sich dazu entschließt, sich zu teilen? Und wie erging es den Leuten da in der DDR? Fragen, die später zum Teil Freunde beantworten konnten, die nach West-Deutschland gezogen sind. Einer meiner besten Freunde kommt aus Leipzig. Aber in der Schule war das nie ein Thema! Schade…

copyright Verena Breuer

Und daher finde ich es toll, dass sich eine Freundin von mir, Rayna Breuer, die für die Deutsche Welle arbeitet, eine Dokumentation gedreht hat, wo es zwar nur indirekt um den Mauerfall geht, aber in welchem die Situation eines jungen Mannes, der es in der DDR nicht mehr aushält und ( kurz vor dem Mauerfall, aber das konnte er ja nicht ahnen) flüchtet, beleuchtet wird. Es geht aber auch um einen Grenzer, der, wie so viele andere dazu rekrutiert wurde, Flüchtlinge an der Grenze – in unserem Fall die Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei – festzuhalten und im Falle des Falles auch zu erschießen.

Ich fand diese Dokumentation wahnsinnig interessant! Es hörte sich für mich schon fast wie ein Krimi an, ein Thriller. So unglaublich war manches, was man zu sehen, was man zu hören bekam! Im Anschluss an den Film gab es eine Live-Schaltung zum Protagonisten des Films, Jürgen Cyrulik, und wir – die Zuschauer – bekamen die Möglichkeit, ihm persönlich Fragen zu stellen!

copyright Verena Breuer

Jürgen Cyrulik lebt in Bayern, wo es ihn schon damals zur Zeit seiner Flucht hinzog; lebten dort doch auch sein Onkel und auch sein Gr0ßvater, den er aber selbst nicht mehr besuchen konnte – noch nicht mal zur Beerdigung wurde ihm die Genehmigung erteilt, die DDR zu verlassen, um Abschied nehmen zu können. Dies war das auslösende Moment für Jürgen Cyrulik, der immer mehr und mehr mit dem System der SED haderte.

Die Flucht:

Im Sommer 1988 beschließen er und ein Freund in die BRD zu fliehen. Mit Hilfe eines Shell-Atlas´, den der Onkel einst zu einem Besuch in der DDR dem Vater geschenkt hatte, studieren sie die Grenzen und planen ihrer Ansicht nach gut, wie sie vorzugehen haben. Sie begeben sich auf Urlaub nach Bulgarien und versuchen sich wie normale Touristen zu bewegen. Denn eines darf man nicht vergessen, sie standen unter Beobachtung. Wie alle Ost-Deutschen galten sie als potenzielle Flüchtlinge. Dennoch gelingt es ihnen sich dem Grenzgebiet im Nordosten Bulgariens zu nähern. Womit sie allerdings nicht gerechnet haben ist, dass bereits 2 km vor der eigentlichen Grenze sogenannte Grenzer patrouillieren und ihre Flucht ein schnelles Ende nimmt.

Was allerdings danach geschehen ist und auch wie es den beiden Freunden während ihrer geplanten Flucht erging, und was aus dem Grenzer geworden ist, der Jürgen und seinen Freund festnahm, dass könnt, nein MÜSST ihr euch unbedingt anschauen!! Ich habe euch die Dokumentation hierzu verlinkt, “Der Flüchtling und der Grenzer” !

Dieser Film hat mir nochmal auf eine ganz andere Art und Weise die Augen geöffnet! Man bekommt in den Medien ja schon viel mit, aber die wesentlichen Dinge bleiben im Verborgenen. Dank Rayna Breuer und ihrer gründlichen Recherche wurde dieses Thema von einer Seite beleuchtet, wie ich sie bisher nicht gekannt hatte – und ihr sicher auch nicht! Ein herzliches Dankeschön dafür!!

Über die Journalistin/Filmautorin:

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copyright Rayna Breuer

Rayna Breuer wurde 1983 in Burgas/Bulgarien geboren und wuchs anschließend sowohl in Potsdam, Sophia, Bonn und Zagreb auf, ehe sie sich dazu entschloss in Deutschland und Gr0ßbrittanien Politik (Magister) und in Österreich Jura (LL.M. in EU-Recht) zu studieren.

Sie hat für verschiedenste Organastionen gearbeitet, auch freiberuflich. Seit einem Volontariat bei der Deutschen Welle (DW), arbeitet Rayna Breuer nun als Medienjournalistin für verschiedene Institutionen.

Rayna Breuer spricht 5 verschiedene Sprache und lebt mit ihrer Familie in Köln.

“Der Flüchtling und der Grenzer” von Rayna Breuer

ein Dokumentarfilm erschienen bei der Deutschen Welle

Dauer ca. 26 min

www.dw.com.de

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