„Tod am Kap“

copyright Joyce Summer

Rezension 043

„Tod am Kap: Captain Pieter Strauss ermittelt“ von Joyce Summer

zum Inhalt:

Eine Touristin wird am Kap der guten Hoffnung ermordet. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord. Captain Pieter Strauss von der Spezialeinheit der Valke und seinem Ermittlerteam ist schwer daran gelegen, diese Mordserie, wie es scheint, aufzuklären. Sind es Ritualmorde? In Südafrika herrscht Wasserknappheit und eine Hitzewelle liegt über dem Land, unter der alle leiden. Die Stimmung ist also im wahrsten Sinnde des Wortes aufgeheizt.

Captain Pieter Strauss steht zum Glück Emma Kolisi, seine neue Assistentin, und der Profiler Nick Aquilina zur Seite. Zusammen tauchen sie ein in das Leben der Townships und in die Machenschaften der großen Konzerne. Schon bald finden sie den vermeintlichen Mörder, doch wer trägt tatsächlich Schuld am Tod der Opfer? Den Oberen kann es gar nicht schnell genug damit gehen, den Fall abzuschließen, aber ist er damit auch aufgeklärt?

Fazit:

„Tod am Kap: Captain Pieter Strauss ermittelt“ ist das erste Buch, welches ich von Joyce Summer gelesen habe. Und mein erster Krimi, der in Südafrika spielt! Da ein Familienmitglied die letzten 12 Monate in diesem Land verbracht hat, fand ich es umso interessanter, dieses Buch zu lesen! Aber nun zu meiner Meinung:

Die Autorin hält sich nicht mit anfänglichem Geplänkel auf, nein, man steigt sofort in die Geschichte ein und lernt somit kurz aufeinander folgend alle Charaktere kennen, mitsamt ihren Eigenarten! Dabei erhält man einen wunderbaren Einblick in das Leben Südafrikas und auch die Sprache bringt die Autorin einem näher!

Besonders die Darstellung der Townships mit ihren Gangs und den Shebeens, in denen es immerzu brodelt, ist sehr realistisch ( weiß ich vom Familienmitglied ) und dass da selbst die Polizei so ihre Ängste und Beklemmungen hat, sich dort aufzuhalten, kann man gut nachvollziehen.

Auch die Wasserknappheit ist ein sehr aktuelles Thema und wenn man sich vorstellt, dass es tatsächlich Firmen gibt, die die Erlaubnis haben, in Südafrika Wasser zu fördern, welches dann als Designer-Wasser in alle Welt verkauft wird, fasst man sich nicht nur an den Kopf, sondern kann mit Sicherheit die Wut und Verzweiflung, besonders der armen Bevölkerung, verstehen. Auch, dass in solchen Situationen der (Aber-)Glaube wieder sehr stark wird, ist nachvollziehbar. So verwundert es nicht, dass die Regengöttin in diesem Buch auch eine besondere Rolle spielt!

Die Korruptheit mancher Machtinhaber wird deutlich, sowohl in den großen Firmen, in den Gangs und des Staates Südafrika! Wer das kostbare Nass nur des Geldes wegen verkauft und seine Landsleute verdursten lässt, sterben lässt…

Ihr merkt schon, das Thema hat mich schon sehr berührt und auch wütend gemacht. Und das alles hat Joyce Summer in diesen wunderbaren Krimi gepackt!

Die beiden deutschen Freunde von Nick, Pauline und Ben, kommen irgendwie nur am Rande vor, obwohl Pauline Nick sogar einen wichtigen Hinweis liefert! Diese beiden spielen wohl auch in den beiden anderen Krimis (Madeira und Malta) eine tragende Rolle, von denen hätte ich mir noch ein wenig mehr „Einsatz“ gewünscht!

Das einzige, was ich noch zu „kritisieren“ habe, sind die „Massen“ an afrikanischen Namen und/oder Ortsbezeichnungen! Damit habe ich mich schon ein wenig schwer getan. Aber das geht mir immer so! 😉 Und dieses Fluchen! Machen das afrikanische Beamten so? Ich weiß nicht…Aber im Laufe des Buches habe ich mich daran gewöhnt und fand es auch toll, neue Wörter in meinen Sprachschatz aufgenommen zu haben! 🙂 Joyce Summers Krimi erhält von mir damit ein ganz klare Leseempfehlung und verdiente

5 !!!

Nachtrag: Heute ging es in der Ernte-Dank-Messe unserer Kirchengemeinde doch tatsächlich um Wasser!! Unser Pfarrer hat uns mit sehr eindrucksvollen Beispielen vorgeführt, für was wie viel Wasser benötigt wird! Für eine Tasse Kaffee werden beispielsweise 140 Liter Wasser benötigt – wenn man alle Schritte von der Pflege des Kaffeestrauchs, bis zur Ernte, zur Reinigung, Transport und Verpackung berücksichtigt! 1 Tasse Kaffee!!! Und unser Pfarrer fand auch sehr deutliche Worte, dass nicht nur ein jeder seinen generellen Wasserverbrauch bedenken sollte und nicht als selbstverständlich hinnehmen sollte, sondern dass es Länder gibt, wo jetzt schon Streit ums kühle Nass herrscht und dass er befürchtet, dass dies in den nächsten Jahren noch schlimmer wird! Wie wahr seine Worte sind, vor dem Hintergrund des gerade beendeten Romans!!…

zur Autorin:

„Tod am Kap“ von Joyce Summer

ein Krimi erschienen bei BoD

Erstveröffentlichung am 17. April 2019

ISBN 978-3752878554

340 Seiten

Taschenbuch

auch als ebook erhältlich

www.joycesummer.de

„Tod am Kap: Captain Pieter Strauss ermittelt“ wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung und Bewertung!

 

 

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